zur Navigation springen
Bauen & Wohnen

23. November 2017 | 18:05 Uhr

Haushalt : Alles im grünen Bereich?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Putzteufel haben eine große Auswahl an bunten Flaschen mit Reinigungsmitteln. Doch die chemische Keule belastet die Umwelt. Gibt es wirkliche Alternativen?

Es liegt auf der Hand: Mit Putzmitteln gelangen Schadstoffe in das Abwasser und damit in die Umwelt. Und diese wird geschädigt. Außerdem kommen dadurch Stoffe in die Wohnung, die Allergien auslösen können – also eine Gesundheitsgefahr für die Bewohner sind, erläutert Marcus Gast vom Umweltbundesamt (UBA).

Zwar seien die in den Reinigungsmitteln enthaltenen waschaktiven Stoffe, die Tenside, inzwischen vollständig biologisch abbaubar. Andere Inhaltsstoffe bleiben teilweise oder lange Zeit erhalten. Dazu gehörten Phosphonate, optische Aufheller, Polycarboxylate, Konservierungsmittel, Silicone, Paraffine, Duftstoffe und Farbstoffe. Gast rät, möglichst Produkte ohne diese Stoffe zu kaufen.

„Zusätzlich sollte auf chlorhaltige Sanitärreiniger und WC-Reiniger mit anorganischen Säuren verzichtet werden, da sie im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln oder -methoden die Umwelt stärker belasten.“ Mit Blick auf die Gesundheit rät Gast, stark saure oder alkalische Reiniger zu meiden, da sie bei unsachgemäßer Anwendung die Haut reizen oder sogar Verätzungen verursachen können.

Was ist die Alternative? Einen chemischen Abflussreiniger ersetzen meist mechanische Hilfsmittel wie Saugglocke, Bürste oder Spirale. Auch anderswo hilft Muskelkraft und etwas stärkeres Schrubben. Und viel hilft schon, auf die Dosierung zu achten – also die Umwelt nicht mehr als nötig zu belasten. „Eine sparsame Verwendung von Reinigungsmitteln ist selbstverständlich“, sagt Monika Wittkowski vom DHB – Netzwerk Haushalt. Aber es müssen auch gar nicht viele Produkte eingesetzt werden: „Ich habe dreierlei im Haushalt: Allzweckreiniger, Spülmittel und eine Scheuermilch. Mehr brauche ich nicht.“

Auf Hausmittel zu setzen, ist hingegen in den meisten Fällen keine Lösung. Nicht jeder Ratschlag der Großmutter hilft auch, auf zusätzliche Spezialreiniger zu verzichten. „Vom alten Hausmittel, zur Reinigung von Gardinen ein Päckchen Backpulver hinzuzugeben, halte ich nichts“, sagt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). „Die darin enthaltenen Trennmittel sehe ich eher als zusätzliche Verschmutzung an.“

Auch von Essig als Entkalkungsmittel rät er ab. „Der Dampf des heißen Essigs ist nicht gesund, Zitronensäure oder ein fertiges Entkalkungsprodukt sind besser.“ Gerade bei Armaturen im Bad sei Vorsicht geboten, denn Essig greift viele Oberflächen an. „Gut sind in jedem Fall Produkte auf pflanzlicher Basis und ohne Chlor.“

Verbraucher können diese Produkte im normalen Einzelhandel aber nicht so einfach ausmachen, betont Katharina Istel vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Zwar gebe es auch für Reinigungsmittel Siegel wie den Blauen Engel und die Europäische Umweltblume, die solche umweltschonenden Produkte kennzeichnen. Aber diese fänden sich nur selten im Supermarkt. Istel empfiehlt den Einkauf im Biohandel.

Und manchmal hilft schnelles Handeln: „Schmutz sehen und Schmutz möglichst gleich entfernen – das ist mein bestes Hausmittel“, sagt Wittkowski. „Das beginnt damit, morgens Waschbecken und Dusche trockenzureiben, so dass sich kein Kalk absetzen kann. So hat man im Endeffekt weniger Arbeit.“

Umweltschutz fängt aber schon bei den Verpackungen an. Glassl rät, konzentrierte Wasch- und Reinigungsmittel zu verwenden. Die Verpackungen sind kleiner, der Transportaufwand damit auch.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen