Kleine Stromer, große Vielfalt : Worauf man beim Kauf eines E-Scooters achten sollte

Der X2City von BMW bietet dank großer Räder und hochwertige Bremsentechnik sichere Fahreigenschaften.  Foto: BMW
Der X2City von BMW bietet dank großer Räder und hochwertige Bremsentechnik sichere Fahreigenschaften. Foto: BMW

Wer sich ein solches Elektrokleinstfahrzeug zulegen will, sollte bei der Wahl des Modells auf ein paar Aspekte achten.

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30. November 2019, 16:00 Uhr

Seit Sommer 2019 dürfen kleine E-Scooter legal im deutschen Straßenverkehr genutzt werden. Mittlerweile findet sich ein großes Angebot von sehr unterschiedlichen Modellen mit sehr unterschiedlichen Preisen. Wer sich privat einen solches Elektrokleinstfahrzeug zulegen will, sollte bei der Wahl des Modells auf ein paar Aspekte achten.

Grundsätzlich muss das Fahrzeug, soll es im Straßenverkehr eingesetzt werden, den Vorgaben der StvZO entsprechen. Wer Zweifel hat, ob ein Modell von Interesse die Anforderungen erfüllt, sollte beim Händler explizit nachfragen, ob der Roller für den Einsatz im Straßenverkehr zugelassen ist und eine entsprechende ABE besitzt.

Mittlerweile gibt es Modelle für wenige hundert wie auch für mehrere tausend Euro. Beim Kaufpreis kann es nicht schaden, etwas mehr zu investieren. Zumindest ist dies ein wesentliches Ergebnis eines Vergleichstests des ADAC mit acht E-Scootern. Die Fahrzeuge mit einem guten Gesamturteil bewegten sich preislich in durchweg vierstelligen Regionen. Allerdings hat sich ein Proband für einen mittleren dreistelligen Summen Betrag immerhin wacker geschlagen. Wer es nicht extrem eilig hat, einen E-Scooter zu kaufen, sollte vielleicht noch ein Weilchen warten, denn die Zeit für Schnäppchen, etwa im Zuge eines Modellwechsels, ist noch nicht gekommen.

Eine entscheidende Größe bei E-Rollern ist das Batterieformat und die damit einhergehende Reichweite. Klar ist: Je größer, desto weiter. Allerdings wird der Nutzer einen E-Roller nur für kurze Fahrten einsetzen, weshalb ein kleiner Akku mit mäßiger Reichweite kein Killerkriterium sein muss. Kleine Akkus sind leichter und kosten weniger. Große Akkus sollten 400 oder mehr Wattstunden bieten.

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Reichweite oft falsch angegebenDamit müssten über 20 Kilometer Reichweite möglich sein. Wer sich vorstellen kann, auch längere Strecken zu fahren, sollte einen Roller mit breitem Standbrett wählen, auf dem die Füße häufiger ihre Positionen wechseln können. Die Hersteller machen in der Regel eine Reichweitenangabe, die oftmals praktisch deutlich verfehlt wird. In manchen Fällen kann sie sich sogar halbieren.

Geteilter Meinung kann man über die Entnahmemöglichkeit der Batterie sein. Handelt es sich um einen großen und schweren Roller, wird der Nutzer froh sein, wenn es reicht, allein den Akku zum Aufladen in die Wohnung nehmen zu können. Bei einem leichten Scooter sollte es kein Problem sein, den Roller als Ganzes zum Aufladen in die Wohnung zu tragen. Fest montierte Akkus sind vor dem Zugriff von Dieben immerhin besser gesichert.

Die für den Straßenverkehr zugelassenen E-Scooter müssen mit zwei Bremsen ausgestattet sein. Technisch klar im Vorteil sind Systeme, bei denen sich die Bremsen vorne wie hinten hydraulisch betätigen lassen. Ideale Verzögerung versprechen zwei hydraulische Scheibenbremsen. Mancher Rollerhersteller setzt jedoch auf nur eine mechanische Vorderradbremse, eine zusätzliche Motorbremse sowie auf bewegliche Hinterradabdeckungen, die ein nach hinten ausgestreckter Fuß herunter treten muss. Vor allem bei spontanen Notbremsungen sind letztgenannte Verzögerungsmechanismen nicht sehr effektiv. Zwei Bremsgriffe am Lenker versprechen deutlich mehr Sicherheit.

Günstig, aber nicht besonders sicher: der E-Scooter Moovi hat kleine Räder und schwache Bremsen.  Foto: Moovi
Günstig, aber nicht besonders sicher: der E-Scooter Moovi hat kleine Räder und schwache Bremsen. Foto: Moovi
 

Die mittlerweile vielen am Markt verfügbaren Rollermodelle unterscheiden sich unter anderem durch die Größe der Räder. Große Räder jenseits des 10-Zoll-Formats sorgen für mehr Stabilität und Kontrolle.

Von Vorteil kann es sein, wenn zudem breitere Luftreifen statt schmaler Hartgummipneus montiert wurden und/oder die Räder gefedert sind. Dann reagieren die Scooter nämlich auf Unebenheiten wesentlich gelassener, während sich Miniräder in manche Asphaltlücke regelrecht verkeilen können, was ein erhebliches Sturzpotenzial mit sich bringt.

Apropos Sturzgefahr: Reifen mit wenig oder gar glattem Profil dürften auf nasser Fahrbahn für höhere Rutschgefahr sorgen. Nur nachteilig sind kleine Räder übrigens nicht, denn in Hinblick auf das Packmaß sind sie großformatigen deutlich überlegen. Hat der Roller ein einfaches Fahrwerk und kleinere Räder, ist er in der Regel zudem leichter, was vor allem bei der Mitnahme in Bus, Bahn oder Zug ein Vorteil sein kann.

Apropos Gewicht: Vor dem Kauf empfiehlt sich noch ein Blick auf die Angabe zum zulässigen Fahrgewicht. Hier gibt es Modelle mit einer Zuladung unterhalb von 90 Kilogramm, was von vielen selbst schlanken Personen bereits mit einem gut gefüllten Rucksack auf dem Rücken leicht überschritten wird.

Wer in einen eigenen E-Scooter investieren will, sollte sich etwas Zeit bei der Suche nehmen und idealerweise mehrere Modelle testen. Dabei sollte man neben den Fahreigenschaften auch noch beachten, wie verständlich die Bedienung ist und wie gut und leicht der Klappmechanismus funktioniert. Zudem sollte sich der Lenker in der Höhe auf die eigenen Körperproportionen anpassen lassen.

Wichtig ist auch die Frage nach der Performance, denn die 20 km/h sollte ein E-Roller in jedem Fall erreichen und diese auch zumindest bei moderaten Steigungen halten können, was allerdings nicht immer der Fall ist. Motoren mit einer maximal erlaubten Leistungsspitze von 500 Watt bieten die besten Voraussetzungen für passende Fahrleistungen.

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