Einheitlicher Standard : Wie das autonome Auto kommuniziert

Die Studie Volvo 360c ist mit einem System aus Tönen, Farben, Bildern und Bewegungen ausgestattet, um andere Verkehrsteilnehmer über die Absichten des autonomen Fahrzeugs zu informieren.
Die Studie Volvo 360c ist mit einem System aus Tönen, Farben, Bildern und Bewegungen ausgestattet, um andere Verkehrsteilnehmer über die Absichten des autonomen Fahrzeugs zu informieren.

Damit fahrerlose Autos mit konventionellen Fahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern verständlich kommunizieren können, schlägt Volvo jetzt einen internationalen, einheitlichen Standard vor.

svz.de von
06. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Spätestens wenn sich die ersten fahrerlosen Autos in den Verkehr einmischen, droht ein Sprachproblem. Da sich kein menschlicher Fahrer mehr durch Blickkontakt, Handzeichen oder Kopfbewegungen verständlich machen kann, müssen andere Wege gefunden werden, um mit anderen Verkehrsteilnehmern in Kontakt zu treten.

Hersteller gehen noch eigene Wege

Bei den zahlreichen Konzeptstudien für die völlig autonomen Autos geht derzeit jeder Hersteller seinen eigenen Weg. So zeigt der Mercedes F 015 an der Front einen wandernden Lichtpfeil, um Fußgänger zum gefahrlosen Überqueren der Straße zu animieren. Der Toyota Concept-i meldet per Schriftzug am Heck seine Abbiegeabsicht und Volvo setzt wie beim 360c verstärkt auf Töne.

Die Schweden sind es auch, die jetzt eine Vereinheitlichung all dieser „Sprachen“ fordern, damit alle Verkehrsteilnehmer problemlos mit jedem autonomen Fahrzeug kommunizieren können, unabhängig von dessen Hersteller.

Robotermobil muss zurückstecken

Die Absichten des automatisierten Autos müssen der Umwelt stets unmissverständlich klar werden. „Dabei dürfen wir aber nie Anweisungen oder Befehle an die anderen erteilen“, sagt Malin Ekholm, Chefin des Sicherheitszentrums von Volvo. Damit ist gemeint, dass ein solches Auto nicht im „Hoppla, jetzt komm ich“-Modus unterwegs sein darf, Fußgänger oder Radfahrer zum Stehenbleiben oder Zurücktreten auffordert. Das Robotermobil muss also stets zurückstecken, passiv bleiben und all den anderen Verkehrsteilnehmern Sicherheit vermitteln.

Volvo will mit verschiedenen Tönen gezielt zum Beispiel einen Fußgänger, der eine Straße überqueren will, mitteilen: „Ich habe dich erkannt, du kannst gefahrlos losgehen“. Dazu werden besonders tiefe Töne genutzt, die nur der angepeilte Passant hören kann. Ebenfalls genutzt werden farbige Lichtzeichen, deren Bedeutung sofort verständlich sein sollen.

Volvo, einer der großen Akteure auf dem Feld des autonomen Fahrens, will mit seiner Initiative vermeiden, dass viele „Sprachen“ verschiedener Modelle erlernt werden müssen. „Der Standard könnte so etwas wie Esperanto für den Straßenverkehr werden“, sagt Malin Ekholm.

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