zur Navigation springen

Auto-Psychologie : Was die Automarke über ihre Fahrer verrät

vom

Für viele steht fest: Ein dicker Benz lässt auf ein dickes Bankkonto schließen. Doch Automarken erlauben auch subtilere Rückschlüsse. Für welche Marke wir uns entscheiden, sagt etwas über uns aus, sagt der Tüv Nord.

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 11:45 Uhr

Wie die Frau, so der Wauwau, wie das Auto, so der Fahrer? Studien aus Deutschland und den USA lassen den Rückschluss zu, dass sich die Persönlichkeit in der Automarke wiederspiegelt. Ein Überblick:

  • Ford und Mercedes:
    Am Steuer eines Ford findet man die angenehmsten Zeitgenossen. Diese Erkenntnis legte vergangenes Jahr eine Umfrage im Auftrag des Onlineportals mobile.de nahe, bei der mehr als 2.000 Autobesitzer über ihre Fahrgewohnheiten berichteten. Im Ford wird demnach am meisten gesungen und am wenigsten gepöbelt. Zwar trällern unter anderem Mercedes-Fahrer ebenso gerne ein Liedchen. Aber sie gaben auch am häufigsten an, beim Fahren zu pöbeln und zu fluchen. Nicht nur auf deutschen Straßen sitzen in einem Ford offenbar besonders nette Menschen. Wie das Meinungsforschungsinstitut YouGov 2016 meldete, beschrieben sich unter rund 200.000 befragten US-Amerikanern ebenfalls die Besitzer eines Fords, verglichen mit den Besitzern anderer Fabrikate, als am freundlichsten. Fahrer eines Mercedes attestierten sich hingegen am meisten Führungspersönlichkeit und Abenteuerlust.
     
  • Volkswagen, BMW, Cadillac und Chrysler
    VW-Besitzer trauten sich laut YouGov die meiste Vorstellungskraft zu. BMW-Fahrer hielten große Stücke auf ihr Wissen, Cadillac-Fahrer auf ihre soziale Kompetenz. Und Chrysler-Fahrer rühmten ihre Zuverlässigkeit. Solche Befunde sind teils dadurch erklärbar, dass Menschen je nach Alter, Geschlecht und Einkommen bestimmte Marken häufiger und andere seltener fahren. Ein Versicherungscenter in den USA zeigte anhand der Daten von 114 Millionen Facebookfans unter anderem, dass bei Großeltern Chrysler am beliebtesten ist.


Das Image der Marke ist entscheidend beim Kauf - zumindest für manchen Käufer

Gebrauchtwagen deutscher Hersteller laufen demnach besonders zuverlässig.
Gebrauchtwagen deutscher Hersteller laufen demnach besonders zuverlässig. Foto: imago
 

  • Audi, BMW, Mercedes versus Volkswagen, Opel, Renault und Fiat
    Die Reputation einer Marke zieht entsprechende Käufer an. Am wichtigsten sei das Image für Fahrer von Audi, BMW und Mercedes, stellten Forscher der Universität Bochum bei einer Umfrage unter rund 1.200 Autofahrern fest. Der Bochumer Wirtschaftspsychologen Rüdiger Hossiep geht noch einen Schritt weiter. Er bildete anhand von Persönlichkeitsprofilen zwei Gruppen: Fahrer von Audi, BMW und Mercedes halten sich für leistungsmotiviert, belastbar, flexibel, selbstbewusst und durchsetzungsstark – das typische Selbstbild von Führungskräften. Die Fahrer von VW, Opel, Renault und Fiat beschrieben sich hingegen eher als analytisch denkende und harmoniebedürftige Menschen.
     
  • Hyundai, Skoda, Mini, Peugeot, Jaguar und Porsche - Autokenner?
    Wer in Hyundai, Skoda, Mini oder Peugeot sitze, halte sich eher nicht für einen Autofachmann und interessiere sich auch nicht sonderlich für das Thema, so Rüdiger Hossiep. Bei Jaguar-Fahrern hingegen kann man mit Fachsimpeleien punkten: Der Umfrage zufolge wissen sie zwar ebenfalls nicht viel über Vierräder, interessieren sich aber sehr für sie. Und Porsche-Besitzer haben nach eigenem Bekunden sowohl Interesse als auch Ahnung.
     

Gebrauchsgegenstand oder Prestigeobjekt?

Natürlich gelangt mancher schlicht per Zufall an eine bestimmte Marke, zum Beispiel wenn die Eltern einen neuen Wagen anschaffen und den alten an die Kinder weitergeben. Doch beim Autohändler oder der Suche im Internet steht oft ein Fabrikat ganz oben auf der Wunschliste, erläutert Dr. Ralf Buchstaller von Tüv Nord. Für die einen sei das Auto einfach nur ein Transportmittel, für die anderen aber hat es Symbolcharakter. „Es dient ihnen dazu, der Umwelt das bevorzugte Selbstbild oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren“, erklärt Dr. Buchstaller weiter.

Von diesem symbolischen Nutzen profitieren vor allem Luxusmarken wie BMW, Audi, Mercedes, Jaguar und Porsche. Entscheidend sei dann, so der promovierte Psychologe, was man mit einer Marke bewusst oder unbewusst verknüpft, zum Beispiel einen sozialen Status, eine Einstellung oder ein Lebensgefühl. „Wir wollen uns in der Marke emotional wiederfinden.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen