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Stickoxid-Ausstoß : VW führt Umweltrangliste an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anders als es die großen deutschen Autohersteller beim „Dieselgipfel“ Anfang August zugesagt haben, lehnen es die Importeure ab, ihre Selbstzündermodelle nachzubessern. Dabei wäre es dringend notwendig. Französische Diesel stoßen im realen Betrieb auf der Straße durchschnittlich neun Mal mehr Stickoxid aus, als es der Grenzwert für normierte Tests im Labor (80 mg/km) erlaubt. Dies ermittelte das Center Automotive Research (CAR) Universität Duisburg-Essen durch die Auswertung von mehreren praxisnahen Messreihen auf der Straße.

Betrachtet wurden dabei Abgaswerte, die ADAC, Kraftfahrt-Bundesamt, Deutsche Umwelthilfe und die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ für 138 Fahrzeuge mit Euro-6-Dieselmotoren ermittelt haben. Die Franzosen bauen demnach die schmutzigsten Diesel, bei den italienischen Marken wird der Grenzwert um das 8,6-fache überschritten und die Asiaten kommen noch auf einen Emissionsfaktor von 7,3 (Ausnahme ist Mazda mit 4,4).

Deutlich besser schneiden die deutschen Hersteller ab, deren Modelle den Grenzwert im Schnitt um den Faktor 3,5 übertreffen. Damit liegen sie besser als der Importeurs-Schnitt (7,2) und der gesamte Branchenschnitt (5,3). Als deutsche Hersteller berücksichtigte die Studie die VW-Gruppe inklusive der ausländischen Marken, BMW-Mini, Mercedes, Ford und Opel.

Beste Marke in der aus dem Durchschnitt aller Tests ermittelten Umwelt-Rangliste ist VW, deren Modelle die Grenzwerte lediglich um das 2,0-fache überschreiten. Schlechtester Hersteller ist Renault-Dacia, wo der Faktor bei 11,1 liegt. Der Konzern zieht damit das französische Gesamtergebnis herunter. Denn PSA mit den Marken Citroen und Peugeot liegt beim NOx-Ausstoß insgesamt noch unter dem Branchenschnitt. Illegal sind derartige Abweichungen zunächst nicht, da der NOx-Ausstoß im realen Fahrbetrieb noch nicht Teil der Typprüfung ist.

Der ADAC hatte seine Testkandidaten unabhängig von Kooperationen und gemeinsamen Motorplattformen ihrem jeweiligen Mutterkonzern zugeordnet. Mercedes beispielsweise könnte noch besser abschneiden, hätten die Stuttgarter nicht auch Renault-Motoren im Programm, so der Automobilclub. Im Ecotest stammt das schlechteste Ergebnis eines Daimler-Fahrzeugs von einem 1,6-l-Renault-Diesel mit Speicherkatalysator. Dieser stößt fast 15-mal so viel NOx aus wie die neuen Mercedes-eigenen Diesel. So trug das sauberste Auto im ADAC-Check einen Stern: Der Mercedes E220d entlässt nur 24 mg/km Stickoxid in die Luft.

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