Mercedes im Test : Viel „S“ im neuen „A“

Das reduzierte Design mit glatten Flächen steht der A-Klasse gut.
1 von 3
Das reduzierte Design mit glatten Flächen steht der A-Klasse gut.

Kompakter Mercedes erreicht in der aktuellen Auflage hohen Reifegrad

von
01. September 2018, 16:00 Uhr

So ein Feature kommt im Rekordsommer wie gerufen. „Hey, Mercedes, mir ist warm“, sage ich und erhalte die freundliche Antwort: „Ich stelle die Temperatur auf 18 Grad.“ Prompt kommt ein sanfter kühler Luftstrom aus den Düsen in der Mittelkonsole.

Die neue A-Klasse hört stets zu, wenn der Fahrer „Hey, Mercedes“ sagt, ohne dass er vorher Knöpfe drücken muss. Das funktioniert bei der Mitteilung „Ich habe Hunger“ (dann gibt es Restaurant-Empfehlungen), bei der Herstellung von Telefonverbindungen („Hey, Mercedes, wähle...“), bei der Navigation und vielem mehr.

Das Interieur ähnelt sehr den großen Mercedes-Brüdern.
Das Interieur ähnelt sehr den großen Mercedes-Brüdern.
 

Neue Technologie demokratisiert sich meist von oben nach unten. ABS, Servounterstützung und ähnliche Segnungen machten zuerst die Luxusmobile sicherer und komfortabler und dann irgendwann die Brot- und Butterautos. Bei Mercedes läuft es bisweilen umgekehrt. Die allererste A-Klasse bekam notgedrungen („Elchtest“!) den ESP-Schleuderschutz serienmäßig, das neueste Kind der Baureihe fährt mit der innovativen Sprachsteuerung den großen Brüdern voraus. Ebenso mit der Navigation, die auf einem riesigen Monitor das Bild der Frontkamera zeigt – mit animierten Pfeilen, die an einer Abbiegung den Weg weisen.

Und sonst? Der Vorgänger hatte den Wandel von der Rentnerschaukel zum knackigen, sportlich ausgelegten Kompakten vollzogen. Einen Teil dieser Wildheit hat die neue A-Klasse abgelegt. Krasse Kanten und Kurven wurden glattgebügelt. Das reduzierte Design mit glatten Flächen steht dem kleinen Stuttgarter ausgezeichnet.

Auch das Heck des Kompakten zeigt knackige Proportionen.
Auch das Heck des Kompakten zeigt knackige Proportionen.
 

Innen geht es mit der Demokratisierung von Luxus voran. Es steckt viel „S“ im „A“: Die digitalen Instrumente im großen Widescreen, das neu gestaltete Lenkrad aus den höheren Baureihen, die angenehmen Materialien, die bequemen Sitze mit Massagefunktion und reichlich aktuelle Fahrerassistenz – da kommt echtes Mercedes-Gefühl auf. Natürlich auch, wenn man die Überweisung unterschreibt. Bei 30 230 Euro geht es los, realistisch sind es einige Tausender mehr, denn von den vielen schönen Extras wird sich jeder Kunde einige gönnen.

Mit dem Design ist das Fahrverhalten gereift. Die bisweilen ruppige Reaktion auf Unebenheiten ist getilgt, die neue A-Klasse geht souverän mit jeglichem Untergrund um. Der 4,42 m lange Mercedes lässt sich agil bewegen, insgesamt steht aber der Komfort im Vordergrund. Die 163 PS des 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziners in unserem Testwagen empfanden wir als völlig ausreichend. Der Motor zeigt sich drehfreudig, begleitet sein Wirken mit kernigem Sound und gibt sich genügsam: 7,5 Liter waren es im Schnitt bei flotter Fahrt.

Daten und Fakten

Mercedes-Benz A 200:
4-türiger, 5-sitziger Kompaktwagen mit Frontantrieb, Länge/Breite/Höhe/ Radstand: 4,42 m/1,99 m mit Außenspiegeln/1,45 m/2,73 m, Kofferraum: 370 - 1210 Liter. - 1,3-l-Vierzylinder-Benziner: 120 kW/163 PS, Höchstgeschwindigkeit 225 km/h, 0-100 km/h in 8,2 Sek., Normverbrauch 6,1 l, 133 g CO2/ km, EU6d-Temp; ab 30 230 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen