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Neue Autos für Sie Gefahren : Toyotas Wasserstoff-Pionier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viersitzige Limousine Mirai mit Brennstoffzellen-Antrieb ist jetzt auch in Deutschland zu haben.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 09:58 Uhr

Mirai steht im Japanischen für „Zukunft“. Und die gehört nach Ansicht von Toyota dem Antrieb mit Wasserstoff, der in einer Brennstoffzelle zu Strom verwandelt wird. Das Auto namens Mirai, ein 4,89 Meter langer Mittelklasse-Viersitzer, ist sogar schon zu haben, allerdings zu einem Preis, der auch erst in der Zukunft nach einigen Jahren fortschreitender Inflation konkurrenzfähig wäre: 78  600 Euro oder 1219 Euro monatlich im Leasing inklusive Versicherung.

Der Mirai fährt sich wie die bekannten Elektroautos: Fast lautlos und mit hoher Durchzugskraft. 335 Nm Drehmoment liegen unmittelbar und beständig an. Die wahre Revolution findet unterm futuristischen Blechkleid statt. Denn der Strom für den 154 PS starken Synchronmotor stammt nicht aus einer Batterie, sondern entsteht an Bord in einer Brennstoffzelle.

Direkt unter den Vordersitzen reagiert der Wasserstoff aus zwei Tanks mit Luftsauerstoff und wird zu Strom verwandelt. Etwa zwei mal 60 Liter oder 5 kg Wasserstoff ergeben 550 km Reichweite. Volltanken ist in drei bis fünf Minuten erledigt – sofern man eine der derzeit rund 20 Wasserstofftankstellen Deutschlands in erreichbarer Nähe hat.

Der Brennstoffzellen-Pionier Toyota Mirai fährt nicht nur mit Null-Emission, sondern ist auch sehr gut verarbeitet und ausgestattet. Das Design ist sehr eigenwillig: Riesige Lüftungsöffnungen und extrem schmale Scheinwerfer kennzeichnen die Front. In der Seitenansicht fällt ein langer hinterer Überhang auf. Der Fortschritt der Brennstoffzellen-Technologie soll sofort erkennbar sein, so Toyotas Philosophie hinter der Mirai-Optik.

Mit nur 69 dB Geräuschentwicklung ist der Mirai ein ausgesprochener Leisetreter. Umso mehr fällt im extrem stillen Cockpit auf, dass die Brennstoffzelle ihre Arbeit lastabhängig mit einem leichten Surren verrichtet. Es ist nicht störend, aber im Unterschied zu reinen Elektroautos doch auffällig.

Als Abgas entsteht nichts außer Wasser, das als Dampf oder in Tröpfchen dem Auspuff entweicht – etwa sieben Liter pro 100 km Wasser. In Japan zunächst 700 Exemplare des Mirai. 2016 sollen es 2000 sein, 2017 dann 3000, und bis 2020 rechnet Toyota mit einer Produktion von 30  000 Mirai pro Jahr. Das Netz der Wasserstoff-Tankstellen soll ihn Deutschland bis Ende 2016 auf 50 wachsen, bis 2023 auf 400. Aus rein praktischen oder gar wirtschaftlichen Gründen wird ihn sich niemand kaufen, obwohl die laufenden Kosten für den Wasserstoff mit knapp über sieben Euro pro 100 km noch recht günstig ausfallen. Der Mirai ist vorerst noch etwas für ebenso umweltbewusste wie solvente Technik-Pioniere.

 

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