Motorrad : Tödliche Gefahr für Motorradfahrer in engen Kurven

In Schräglage braucht ein Biker fast so viel Platz wie ein Pkw.
In Schräglage braucht ein Biker fast so viel Platz wie ein Pkw.

Zu hohe Geschwindigkeit und Kurvenschneiden sind bei Motorrädern die Unfallursache Nummer 1

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13. Juni 2015, 08:00 Uhr

Zu hohe Geschwindigkeit und Kurvenschneiden sind bei Motorrädern die Unfallursache Nummer 1 auf engen, unübersichtlichen Strecken, haben Österreichische Unfallforscher am Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) in einer Studie festgestellt.

Viele Biker überschätzen sich in Kurven und landen in Linkskurven auf der Gegenspur, gerade nach einer längeren Fahrpause. Unerfahrene Biker reagieren häufig falsch, wenn sie nach Erkennen der Gefahr „aufmachen“, die Maschine aufstellen und versuchen das Tempo zu reduzieren. Bei Schräglage braucht ein Motorrad fast so viel Raum wie ein normaler Pkw.

Erstmals belegen die Unfallforscher nun mit Videoanalysen auf Alpenpässen die gefährlichen Begegnungen von Bikern und Schwerfahrzeugen wie Lkw oder Omnibussen. „95 Prozent aller Biker wählen in unübersichtlichen und engen Linkskurven die sogenannte Todeszone“, erklärt Unfallforscher Martin Winkelbauer. In der kurvenreichen Region der Katschbergstraße in Kärnten installierten die Experten Videokameras und sichteten dann als 38 Stunden Filmmaterial. Anschließend werteten sie die Standbilder von 811 Bikern im Kurvenscheitel aus. Erschreckendes Ergebnis: Vier von fünf Motorradfahrern mussten einem entgegenkommenden Schwerfahrzeug ausweichen. Und jeder Sechste fuhr gar so weit links, dass bei Gegenverkehr ein Frontalcrash kaum vermeidbar gewesen wäre. Besonders gefährlich ist die Begegnung mit einem Sattelzug. Im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen fehlt der Sicherheitsabstand: wegen seiner Länge ragt das Führerhaus in die Gegenfahrbahn, sonst würde sein Heck die Felswand streifen.

Den Unfallforschern des KFV gelang es indes, das Verhalten der Zweiradfahrer in Problemkurven zu beeinflussen – mit Farbe. Schon frühere Untersuchungen zeigten, dass Biker Fahrbahnmarkierungen aus Angst vor Rutschgefahr meiden. So machen ellipsenförmige Ringe, rechts neben der Leitlinie aufgemalt, die Kurve optisch enger und sicherer. „Mehr als 80 Prozent der Motorradfahrer hielten sich danach in der Mitte des eigenen Fahrstreifens“, sagt Martin Winkelbauer. Nicht einer überfuhr demnach die Mittellinie.

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