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Verkehrssicherheit : Tempo 130 ist eine relevante Grenze

vom
Aus der Onlineredaktion

Auf deutschen Autobahnen darf man so schnell fahren wie man mag, doch ganz so unverbindlich wie vielfach angenommen ist der Richtgeschwindigkeit 130 km/h nicht. Die Missachtung kann auch teuer werden.

Offiziell eingeführt wurde Tempo 130 als Richtgeschwindigkeit in Deutschland im Jahr 1978. Auf deutschen Autobahnen gilt sie auch ohne Beschilderung, sofern kein Tempolimit angezeigt wird.

Die Empfehlung wird auf deutschen Autobahnen häufig ignoriert, da deutlich höhere Geschwindigkeiten nicht als Straftat oder Ordnungswidrigkeit gewertet werden. Stichproben zeigen, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer schneller unterwegs sind, wenn die Bahn frei ist.

Kritisch wird das bei einem Unfall. Der BGH hat schon 1992 festgestellt, dass man jenseits der 130 km/h in haftungsrelevanter Weise die Gefahr vergrößert. Eine Mithaftung auch eines ansonsten unschuldigen Unfallbeteiligten jenseits von Tempo 130 ist fast obligatorisch, weil dieser sich nicht wie ein „Idealfahrer“ verhalten hat. Um der Mithaftung zu entgehen, müsste der Fahrer nachweisen können, dass der Unfall auch bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h oder weniger passiert wäre – etwa wegen eines besonders rücksichtslosen Spurwechsels.

Wer aber über 200 km/h fährt, hat keinen Unfallvermeidungsspielraum mehr, meinte 2013 jedenfalls das Oberlandesgericht Koblenz. Trotz eines schwerwiegenden Verstoßes des Unfallgegners musste der Raser zu 40 Prozent mithaften.

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