Neue Autos für Sie gefahren : Schallmauer geknackt

Der Porsche 911 Turbo S bringt 580 PS dank Allradantrieb und Allradlenkung souverän auf die Straße.
Der Porsche 911 Turbo S bringt 580 PS dank Allradantrieb und Allradlenkung souverän auf die Straße.

Porsche überarbeitet den Turbo der aktuellen 911er Reihe. In 2,9 Sekunden von Null auf Tempo 100.

svz.de von
12. März 2016, 16:00 Uhr

Auch der neue Porsche 911 Turbo S ist natürlich schneller als jeder Vorgänger. Erstmals knackt der Superrenner mit jetzt 580 PS statt bisher 560 PS die Drei-Sekunden-Schallmauer für den Standardsprint aus dem Stand: Tempo 100 liegt nun ein Zehntel früher an. Als Spitze werden für den Turbo S der Modellreihe 991 II im Datenblatt 330 km/h notiert. Atemberaubend ist erwartungsgemäß auch der Preis: Mindestens 202  872 Euro müssen PS-Hungrige hinblättern. Wer sich mit 540 Pferdchen begnügt, erhält das „Basismodell“ für 174  669 Euro.

Alle Modell-Varianten heben sich optisch vom Vorgänger durch serienmäßige LED-Hauptscheinwerfer mit Vierpunkt-Tagfahrlicht in der neuen Frontschürze ab. Diesen Anblick werden andere Verkehrsteilnehmer jedoch nur kurz im Rückspiegel sehen, ehe sie das neue Heck eines davonsprintenden 911 Turbo bewundern. Da sind Längslamellen am Motordeckel zu sehen und ein überarbeiteter Stoßfänger, der die rund sieben Zentimeter mehr Breite gegenüber dem 911 Carrera betont.

Innen fällt neben Lederausstattung und vollelektrischen Sportsitzen vor allem das neue GT-Sportlenkrad mit 360 Millimeter Durchmesser auf, samt Schaltpaddles und einem neuen Drehschalter für die schnelle Anwahl von vier verschiedenen Fahrmodi. In allen 911 Turbo sorgen das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe PDK und ein aktiver Allradantrieb für hohe Dynamik und optimale Kraftübertragung. Extra Performance bringen 20-Zoll-Turbo-Räder, eine Hinterachslenkung, das aktive Fahrwerk sowie eine elektronisch geregelte Quersperre.

Trotz aller Power steht bei Porsche stets auch die Alltagstauglichkeit im Fokus. Dazu gibt es unter anderem ein Liftsystem, das vor Hindernissen die Front um 40 Millimeter anhebt. Oder: Ein flexibler Bugspoiler sorgt entweder für wenig Luftwiderstand, oder bei Bedarf für Abtrieb an der Vorderachse und somit eine verbesserte Straßenlage.

Bei den Testfahrten auf dem wiedereröffneten ehemaligen Formel 1-Kurs von Kyalami in Südafrika beeindruckt die Performance des Turbo S: Aus den enormen 700 Nm Drehmoment werden dank Overboost für bis zu 20 Sekunden unglaubliche 750 Nm. Möglich macht das unter anderem die variable Turbinengeometrie VTG, die den Porsche 911 Turbo seit 2006 auszeichnet. Das eliminiert Lastwechsel beinahe völlig und sorgt ganz nebenbei für charakteristisch röchelnden Turbo-Sound, der einen Sportauspuff überflüssig macht. Die bis zu 750 Nm Schubkraft sind immerhin das Eineinhalbfache des Porsche Carrera S und somit laut 911-Baureihenleiter August Achleitner einer der Punkte, der im Turbo-Zeitalter des facegelifteten 911 Carrera auch dem 911 Turbo weiterhin eine Daseinsberechtigung verschafft: „Da liegen nach wie vor Welten dazwischen.“

Daten & Preise

Porsche 911 Turbo

2+2-sitziger Sportwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,51 m/ 1,88 m/1,29 m/2,45 m.

911 Turbo, abweichende Werte für Cabriolet in (): 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer-Benziner, 397 kW/540 PS, maximales Drehmoment: 710 Nm bei 2250-4000 U/min, 0-100 km/h in 3,0 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h, Normverbrauch: 9,1 (9,3) Liter, 212 (216) g CO2/km; ab 174    669 (187  759) Euro.

911 Turbo S: 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer-Benziner, 427 kW/580 PS, 750 Nm bei 2250-4000 U/min, 2,9 Sek., 330 km/h, 9,1 (9,3) l, 212 (216) g CO2/km; ab 202  872 (215  962) Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen