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Autotest : S-Klasse mit Fitness-Studio an Bord

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mercedes-Benz erneuert sein Flaggschiff: Die S-Klasse kommt mit neuen Reihen-Sechszylinder- und V8-Motoren sowie ungewöhnlichen Komfortfunktionen.

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Nach vier Jahren ist die S-Klasse von Mercedes-Benz reif für die Modellpflege. Was tun, um das laut eigenem Anspruch „beste Auto der Welt“ noch besser zu machen? In der S-Klasse, die heute zu den Händlern kommt, gibt es hübsche Spielereien wie ein integriertes Fitness-Studio, aber auch handfeste Technik wie drei neue Motoren und erweiterte Fahrerassistenz. Mercedes-Entwicklungschef Ola Källenius sagt: „Von Modellpflege kann nicht die Rede sein. 6500 Teile sind neu und viel mehr gibt es kaum.“

Im Cockpit ist jetzt wie in der E-Klasse ein durchgehender großer Bildschirm installiert, außerdem ein neues Multifunktionslenkrad mit der Bedienung für den Abstands-Assistenten Distronic. Dieser verknüpft jetzt Daten von Navi, Radar und Kamera. Werden nahende Kreisverkehre, Kurven, Kreuzungen erkannt, passt die Assistenz automatisch das Tempo an und gibt den idealen Lenkeinschlag vor.

Vom Feinsten: Die noble Kabine wird zur Lounge mit Lichtspielen...
Vom Feinsten: Die noble Kabine wird zur Lounge mit Lichtspielen...
 

Auch die Helfer für teilautonomes Fahren im zähflüssigem Verkehr, Ausweichen vor Fußgängern, Spur halten und Parken wurden optimiert. Mittels Smartphone kann die S-Klasse in Lücken rangiert werden, ohne das jemand am Steuer sitzt. Die „Magic-Body-Control“ reagiert jetzt bis 180 km/h vorausschauend auf Unebenheiten im Asphalt mit Dämpferanpassung und enthält neuerdings den Curve-Modus, der Querbeschleunigungskräfte ausgleicht, indem sich der Wagen leicht in die Kurve neigt. „Energizing Comfort“ soll das Wohlbefinden heben. Mit Düften, Farben, Tönen, Massagefunktionen und einem virtuellen Personal Trainer werden die Insassen bearbeitet. Wer sich beispielsweise auf eines der zehnminütigen Fitnessprogramme zur Muskelentspannung oder -aktivierung einlässt, spürt den Effekt.

Neu im Motorenangebot sind die Reihen-Sechszylinder als Diesel (286 oder 340 PS) und Benziner (367 oder 435 PS) sowie der V8-Beziner mit 469 PS oder 612 PS. Insgesamt gibt es acht Motoren bis hin zum 630-PS-Zwölfzylinder.

Erste Fahreindrücke zeigen, dass sich die Umstellung von V6 auf R6 auszahlt. Die sechs Töpfe arbeiten geschmeidig und kaum hörbar in den durchzugsstarken Dieseln, die auf unserer Tour im Schwarzwald um die sieben Liter verbrauchten. Die R6-Ottomotoren werden von einem Startergenerator, gespeist aus einem 48-Volt-Bordnetz, unterstützt. Dieses Aggregat stellt kurzfristig bis zu 22 PS und 250 Nm Drehmoment zu Verfügung. Das verleiht der Riesen-Fuhre Agilität und spart Sprit, weil der Generator Energie zurückgewinnt und ins Bordnetz einspeist. Daraus wiederum wird elektrischer Verdichter antrieben, der die Zylinder mit extra Luft versorgt und so Turbolöcher kompensiert. All das ergibt für den S500 mächtig Fahrspaß und einen Normverbrauch von 6,6 Litern.

Noch mehr Dampf bieten die V8-Benziner. Zum Erlebnis der Kraftentfaltung kommt hier noch der typische Sound bei höheren Drehzahlen. Eigentlich sind schon die 469 PS im S560 mehr als genug. Aber die Tuning-Tochter AMG kitzelt sogar 612 PS aus vier Litern und acht Zylindern, dazu fette 900 Newtonmeter Drehmoment. Das Resultat ist eine unfassbare Spurtkraft des Zweitonners, der in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 springt. Das geschieht so unangestrengt, dass man sich höllisch vorsehen muss. Zweimal gezwinkert und der Tacho zeigt 170...

Daten und Preise

Mercedes-Benz S-Klasse
Luxuslimousine, Länge/ Breite/ Höhe/ Radstand: 5,13 m/1,90 m/1,50 m/ 3,04 m, Kofferraum 530 Liter, Leergewicht/Zuladung: 2025 - 2125 kg/ 680- 715 kg.

Diesel
S 350d 4matic: 3,0-Liter-Reihensechszylinder, 210 kW/286 PS, max. Drehmoment: 600 Nm bei 1200 - 3200 U/min., 0 bis 100 km/h in 5,8 Sek., Vmax 250 km/h, Normverbrauch 5,5 Liter/100 km, 150 g CO2/km; EU6, ab 88  447 Euro.

S 400d 4matic: 3,0-l-R6, 350 kW/ 340 PS, 700 Nm bei 1200 - 3200 U/min., 5,2 Sek., 250 km/h, 5,6 l, 150 g CO2/km; EU6, ab 93  207 Euro.

Benziner
S 500: 3,0-Liter-R6, 320 kW/435 PS, 520 Nm bei 1800–5500 U/min, 4,8 Sek., 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 6,6 l, 157 g CO2/km; EU6, ab 102  560 Euro

S 560 4matic: 4,0-l-V8, 345 kW/469 PS, 700 Nm bei 2000-4000 U/min., 4,6 Sek., 250 km/h, 8,5 l, 200 g CO2/km, EU6; ab 113  960 Euro.

AMG S63 4matic+: (nur als Langversion mit 5,26 m Länge und 3,17 m Radstand) 4,0-l-V8, 450 kW/ 612 PS, 900 Nm bei 2750-4500 U/min., 250 km/h, 8,9 l, 203 g CO2/km, EU6; ab 160  293 Euro.

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