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neue Autos für Sie gefahren : Pflege für das Roadster-Denkmal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mercedes hat die SL-Baureihe überarbeitet. Design, Ausstattung und technische Details verbessert.

Der SL ist eine Mercedes-Ikone, die zuletzt in Deutschland nicht mehr besonders gefragt war. Keine 1000 Exemplare wurden 2015 in der Bundesrepublik verkauft – da ging es dem Stern-Roadster nicht besser als den anderen noblen Sportwagen. Viele frühere Kunden haben sich hochmotorisierten SUV wie dem BMW X6M, dem AMG GLE 63 Coupé oder dem Porsche Cayenne Turbo S zugewandt. Nun hat Mercedes den SL nachgeschärft, damit das Denkmal nicht zu viel Patina ansetzt.

Mehr Design, mehr Leistung, mehr Spitzentechnik sollen die 2012 gestartete aktuelle SL-Baureihe für ihre zweite Lebenshälfte ertüchtigen. Der SL 400 und der SL 500 bekommen das Gesicht der sportlichen AMG-Versionen mit größeren Lufteinlässen und dem Air-Splitter, der dem Formel-1-Design nachempfunden ist. Auf der Haube sollen zwei Krafthutzen mehr Sportlichkeit symbolisiren, „intelligentes“ LED-Licht gibt es serienmäßig. Das elektrohydraulisch in rund 20 Sekunden öffnende oder schließende Stahldach setzt sich neuerdings bis zu einem Tempo von 40 km/h in Bewegung. Bisher ging das nur im Stand. Eine automatische Restkofferraum-Begrenzung gibt je nach Dachposition mehr (381 Liter) oder weniger (241 Liter) Laderaum frei.

Noch mehr Neues findet sich unterm Blech. Die variablen Stoßdämpfer etwa, die ihre Funktion nach den fünf verschiedenen Fahrmodi des Drive-Select ausrichten und im „Curve“-Programm die Karosserie in die Kurve neigen, um die Fliehkräfte zu verringern. Insgesamt ist die Federung in der Komfort-Stellung sehr gnädig und hält, was der Name dieser Fahrwerks-Einstellung verspricht.

Für Unruhe sorgt dagegen die Automatik in beiden SL-Ausführungen, mit sieben Fahrstufen bei AMG oder neun bei Mercedes. Beim Abbremsen vor Kreuzungen schaltet der Wandlerautomat engagiert, aber wenig zartfühlend zurück. Und wenig Beifall bekommt der Lenkassistent, der in Verbindung mit der adaptiven Temporegelung stets das Gute will, doch meist das Böse schafft. In Kurven korrigiert er ständig, was sich anfühlt, als würde ein faustischer Geist ins Lenkrad greifen.

Aber die Assistenten lassen sich abschalten und dann geht die Post schon im Basis-Roadster 400 SL ab. Immer aufmerksam und mit schnellem Antritt sprintet er los, sein um 34 auf 367 PS erstarkter Dreiliter-V6-Benziner klingt seidiger denn je. Der V8 im SL 500 würzt den Fahrspaß mit 455 PS und bringt aufregend kehligen Unterton ins Auspuffgeräusch. Die beiden AMG-Versionen können brüllen, was das Zeug hält. Der 5,4-Liter-V8 im Mercedes-AMG SL 63 bietet 585 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment, der V12 im SL 65 liefert 630 PS und 1000 Nm Drehmoment – noch Fragen?

Fazit: Mercedes schmiedet das Eisen weiter, setzt alles daran, die Legende des SL fortzuschreiben. Die gesteigerte Konnektivität nach der Überarbeitung und der Einsatz aller aktuell erhältlichen Assistenten an Bord halten das wohl berühmteste Modell der Marke jung. Aber für Preise zwischen 99  097 und 239  933 Euro ist ja wohl nichts weniger zu erwarten.

mid

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