Autos im Test : Opel gibt noch einen Kurzen aus

Ein ganzer Karl mit allen Extras ist bei Opel für rund 15  500 Euro zu haben.
1 von 2
Ein ganzer Karl mit allen Extras ist bei Opel für rund 15 500 Euro zu haben.

Karl komplettiert die Rüsselsheimer Mini-Palette. Gut durchdachtes Angebot für Pragmatiker ab 9500 Euro.

svz.de von
04. Juli 2015, 16:00 Uhr

Dieses Angebot an Minis ist konkurrenzlos: Bei den Klein- und Kleinstwagen hat Opel für jeden Geschmack und jedes Bedürfnis eine Lösung. Da ist der Corsa als Allrounder, der als kleines Familiengefährt taugt oder als höchst potenter OPC mit 207 PS sogar Sportwagenfreunde begeistern kann; da ist der Adam als Lifestyle-Mobil, das sich mit Farben und Ausstattungen vieltausendfach individualisieren lässt. Und nun geben die Rüsselsheimer noch einen Kurzen aus: Den Karl für Pragmatiker mit schmalerem Budget.

Schon bei 9500 Euro beginnt mit dem Karl der Einstieg in die oft noch unterschätzte Welt von Opel. Der Kleinstwagen bietet teils serienmäßig (Berganfahrassistent!), teils optional Sicherheits- und Komfortausstattungen, die sonst nur in höheren Klassen zu haben sind. Ein maximal ausgestatteter Karl kostet 15  395 Euro. Dann sind u.a. Klimaautomatik, 15-Zoll-Design-Räder, beheizbares Lederlenkrad, Einparkhilfe, Spurhalteassistent und Abbiegelicht an Bord. Man spürt schnell, dass über dieses Auto gründlich nachgedacht wurde. Alles, was man wirklich braucht, ist vorhanden. Obwohl nur 3,68 Meter kurz und 1,70 Meter breit, herrscht keine Enge. Selbst hinten sitzt man auf den äußeren Plätzen akzeptabel, als Mitfahrer in der Mitte sollte man aber eher zierlich gebaut sein. Der Laderaum ist fasst mehr als beim etwas größeren Adam: 195 bis 1013 Liter.

Der stets viertürige Karl ist schnörkellos, aber charmant gezeichnet. Er zeigt ein freundliches Lächeln und Proportionen, Silhouette sowie Heck wirken knackig und vermitteln ein Stück Dynamik. Die Kabine ist sachlich gestaltet. Natürlich wird in dieser Preisklasse statt geschäumter Flächen harter Kunststoff verarbeitet. Der wirkt hier aber nicht billig. Alles erscheint solide verarbeitet, selbst wenn man in sensible Ecken etwa im Laderaum schaut. Die Instrumentierung gibt keine Rätsel auf. Ein Clou des Karl ist das das optionale Intellilink-Infotainment. Das Smartphone wird eingestöpselt und kurz darauf erscheinen die vertrauten Apps beispielsweise für Navigation, soziale Netzwerke oder Musikdienste, die sich über den großen Touchscreen bedienen lassen.

Über den Antrieb muss der Kunde nicht nachdenken: Es gibt genau einen Motor. Der Einliter-Dreizylinder mit 75 PS ermöglicht flottes Fortkommen des 939-Kilo-Leichtgewichts. Dabei bleibt der Karl meist erstaunlich leise. Erst bei höheren Drehzahlen entlarvt sich das Triebwerk mit typischem Schnarren als Dreizylinder, der fünfte Gang scheint eine Spur zu kurz ausgelegt. Wieselfink und gut beherrschbar eilt der kleine Opel durch Kurven. In der Stadt sorgen gute Übersichtlichkeit und ein kleiner Wendekreis von nur 9,5 Metern für vergnüglichen Umgang mit dem Karl. Als Normverbrauch nennt Opel 4,5 Liter, nach unseren Testfahrten zeigte der Bordcomputer Werte um 5,5 Liter an, die in der etwas später erhältlichen Eco-Version mit Start-Stopp-System noch etwas sinken dürften.

Fazit: Der Opel Karl ist ein rundum gelungenes Auto für Menschen mit Sinn für das Wesentliche .

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen