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Auto & Verkehr

21. Oktober 2017 | 05:03 Uhr

Innovation : Ohne Lenkrad, ohne Fahrer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein autonom fahrender Kleinbus ist derzeit auf Test-Tour in Deutschland

Noch sind die Stückzahlen klein und die Anschaffungspreise hoch: 200 000 Euro für einen autonom fahrenden Kleinbus. 70 Busse des Modells „Arma“ will der französische Hersteller Navya in diesem Jahr bauen. „40 sind schon verkauft“, sagte Navya-Manager Frédéric Sartou. Der Bus für 15 Passagiere ist derzeit auf Premierentour und war gestern auf seiner dritten Deutschland-Station im Park der Gärten im niedersächsischen Bad Zwischenahn unterwegs. Zuvor gastierte das 4,75 Meter lange Fahrzeug in Chemnitz auf einem Klinikgelände und in Oberhausen in einem Einkaufszentrum. Letzte Station ist morgen das Nordseebad Dangast.

Noch dürfen die Busse nicht auf öffentliche Straßen. Das Zulassungsverfahren ist langwierig. Bis 2030 sollen in Deutschland rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Schon vorher soll es aber die grundsätzliche Möglichkeit des autonomen Fahrens für Lastwagen oder Autos geben, allerdings noch unter „Aufsicht“ eines Fahrers. „Wir müssen uns frühzeitig im öffentlichen Nahverkehr auf die Chancen dieser Technologie einstellen“, sagte Constantin Pitzen von der Projektgemeinschaft Büro autoBus, zu der auch die Planer Christoph Marquardt und Holger Michelmann gehören. Sie setzen sich für die Zukunftstechnologie ein.

Der Fahrer wird in dem Bus durch High-Tech ersetzt. GPS, Radar und Sensoren steuern das Fahrzeug auf einer festgelegten und vorher einprogrammierten Strecke. Auf dem Gelände im Park der Gärten sind das nur einige hundert Meter. Der Kleinbus mit elf Sitz- und vier Stehplätzen weicht aus, verlangsamt die Fahrt oder stoppt, wenn Spaziergänger zu nahe kommen. Der Bus bewältigt auch Ladevorgänge autonom. Sinkt die Batterieleistung unter zehn Prozent, dann fährt er eigenständig an die Ladestation.

Derzeit werden die Kleinbusse auf Privatgeländen eingesetzt, etwa im Atomkraftwerk Civaux bei Poitiers in Zentralfrankreich. Dort werden mit sechs Shuttle-Bussen täglich Hunderte von Beschäftigten im Drei-Minuten-Takt befördert. In Australien (Perth) und der Schweiz (Sitten) sollen die Busse in diesem Jahr auf der Straße getestet werden.

 

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