Auto : Oben drauf oder hinten dran?

Heckträger: Diese Systeme gibt es für Limousinen, Kombis und auch Cabrios. Die Autos müssen dafür aber zugelassen sein.
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Heckträger: Diese Systeme gibt es für Limousinen, Kombis und auch Cabrios. Die Autos müssen dafür aber zugelassen sein.

Das Fahrrad ist ein praktischer Begleiter am Urlaubsort. Doch wie Autofahrer es am besten dorthin transportieren, will gut überlegt sein.

svz.de von
14. April 2018, 16:00 Uhr

Oben drauf, innen rein oder hinten dran: Wer sein Fahrrad mit dem Auto transportieren will, kann zwischen diesen drei Möglichkeiten wählen. „Eine pauschale Aussage, welche Art von Trägersystem die beste ist, lässt sich aber nicht treffen“, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC).

Am schonendsten ist der Transport im Auto. „Allerdings funktioniert das nur mit Kombis beziehungsweise Vans. Für normale Pkw muss man oft die Räder ausbauen“, sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f). Bei Innenraumträgern würden auch grundsätzlich die Vorderräder ausgebaut und die Räder in ein Schienensystem eingehängt.

Die Schienen selbst werden beispielsweise an den umgeklappten Sitzen eingehängt. „Nachteil am Transport im Innenraum ist, dass die Zahl der Sitzplätze und auch die weiteren Zuladungsmöglichkeiten durch die Räder eingeschränkt werden“, so Koßmann. Dafür aber seien die Räder bestens geschützt. Preislich gehen die Innenraumsysteme meist bei rund 100 Euro los und sind damit vergleichsweise günstig.

Beim Systemen für den Dachtransport sind sowohl Heck als auch Kofferraum weiter nutzbar. „Zudem sind die Dachträger oft mit beispielsweise einer Box kombinierbar“, sagt Koßmann. Nachteile sind aber etwa ein hoher Luftwiderstand und dadurch erhöhter Spritverbrauch und eine unkomfortablen Montagehöhe.

Dachträger fallen aber immer wieder auch bei Praxis-Prüfungen durch. „Bei Tests auf dem Slalomparcours, mit denen ein Ausweichmanöver simuliert werden soll, haben wir es erlebt, dass Fahrräder auf dem Dach regelrecht weggeknickt sind“, so Holger Ippen vom Fachmagazin „Auto Zeitung“. Bei Auffahrunfällen können sich schlecht gesicherte Dachladungen zudem zum gefährlichen Geschoss entwickeln. „Auch bei qualitativ schlechten Billig-Heckträgern haben unter Testbedingungen Rahmenhalterungen an der Fahrrad-Rahmenbefestigung versagt, was ebenfalls zum Abwurf führte“, sagt Ippen. Montiert werden diese Systeme an der Heckklappe von Kombis, es gibt aber auch Modelle für Limousinen und sogar Cabrios. „Das Fahrzeug muss aber dafür auch zugelassen sein“, schränkt Koßmann ein. Ein Kombi mit einer Heckklappe aus Vollglas beispielsweise komme nicht infrage.

Der Favorit unter den Experten sind Systeme für die Anhängerkupplung. „Durch die geringe Höhe sind sie leicht zu beladen und manche Modelle haben sogar eine Auffahrschiene für die schweren Elektroräder“, sagt Filippek. Ist der Kupplungsträger mit einer Abklappvorrichtung ausgerüstet, kann sogar die Heckklappe weiterhin genutzt werden. „Ein großer Vorteil dieser Systeme ist die schnelle leichte Einpunkt-Befestigung sowie die Tatsache, dass die Fahrräder nicht über Kopf auf das Fahrzeugdach gehievt werden müssen“, weiß Ippen.

„Zudem befinden sie sich im Windschatten des Autos und verursachen bei schneller Fahrt weniger Geräusche und geringeren Kraftstoff-Mehrverbrauch als beim Dach-Transport.“ Rund 350 bis 500 Euro müsse für ein gutes System investiert werden, meint Ippen. Hinzu kommen unter Umständen die Kosten für eine Anhängerkupplung.

Für E-Bikes geeignet sind nahezu alle Radträgersysteme. „Es empfiehlt sich aber, einen Blick auf die zulässige Traglast des Modells zu werfen“, meint Koßmann. Die liege oft bei 70 Kilo. Bei einem Einzelgewicht zwischen 25 bis 30 Kilo pro E-Bike sei das Limit entsprechend schnell erreicht. Daher rät der ADFC auch davon ab, E-Bikes auf dem Dach zu transportieren, da auch die zugelassene Dachlast schnell überschritten werden könne.

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