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Prüfverfahren für Spritverbrauch : Neue Mess-Norm lässt die Kfz-Steuer steigen

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Aus der Onlineredaktion

Im September 2017 wird ein neues Prüfverfahren für den Kraftstoffverbrauch von Pkw eingeführt

svz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Im September 2017 wird ein neues Prüfverfahren für den Kraftstoffverbrauch von Pkw eingeführt, das sich näher an der Realität orientiert. Autokäufer bekommen genauere Angaben über den Spritdurst in der Praxis und der Bundesfinanzminister kann aufgrund der voraussichtlich höheren Verbrauchswerte mit mehr Geld aus der CO2-basierten Kfz-Steuer rechnen – Verbrauch und CO2-Ausstoß hängen unmittelbar miteinander zusammen.

Der neue Messzyklus, genannt „Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“ (WLTP), soll im Herbst 2017 zunächst für alle neu auf den Markt gebrachten Pkw gültig sein, ein Jahr später wird er auf alle Neuzulassungen angewandt. Betroffen sind also zunächst nur Neuwagenkäufer. WLTP gilt als genauer und alltagsnäher als der aktuelle Neue Europäische Fahrzyklus (NEFZ). Unter anderem steht der zu prüfende Pkw während des Tests deutlich kürzer still als bisher (15 Prozent gegenüber 25 Prozent der Zeit). Außerdem werden auf dem Prüfstand längere Strecken und höhere Geschwindigkeiten gefahren. Nicht zuletzt sollen Regelungslücken geschlossen werden, die die Hersteller kreativ genutzt hatten, um die Normwerte zu drücken.

Insgesamt dürften die Normverbräuche unter WLTP laut einer Studie der Umweltorganisation ICCT im Mittel um 5,7 bis 7,7 Prozent gegenüber den NEFZ-Werten steigen. Der Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) rechnet sogar mit bis zu 20 Prozent. Die Auswirkungen auf einzelne Antriebskonzepte werden unterschiedlich ausfallen. Die höheren Geschwindigkeiten dürften es kleinen Benzinern schwerer machen, der Diesel wird kämpfen müssen, um hohes Tempo und niedrigen Schadstoffausstoß unter einen Hut zu bekommen. Große Ottomotoren hingegen könnten profitieren, genauso Autos mit manuellem Getriebe. Start-Stopp-Systeme hingegen werden an Einfluss verlieren, weil weniger Zeit im Stand verbracht wird.

Die Mehrkosten für den einzelnen Autofahrer dürften sich in Grenzen halten. Ein Beispiel: Aktuell liegt der durchschnittliche CO2-Wert neu zugelassener deutscher Pkw bei 127 Gramm; eine Steigerung des Normverbrauchs um fünf Prozent würde jährlich knapp 13 Euro extra kosten, da für jedes Gramm CO2 oberhalb der Freigrenze von 95 Gramm zwei Euro fällig werden. Geht man von einer 20-prozentigen Erhöhung des Normwerts aus, steigen die jährlichen Kosten um gut 50 Euro pro Jahr.

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