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Smart mit Elektroantrieb : Mit dem Stromer durch enge Gassen

vom
Aus der Onlineredaktion

Smart setzt mit großer Zuversicht auf Elektro-Antrieb. Angegebene Reichweite von 160 Kilometern nur unter günstigen Voraussetzungen.

svz.de von
erstellt am 04.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Wenn eine Automarke zum Elektroantrieb passe, dann sei es Smart. Dieser Feststellung von Annette Winkler, Smart-Chefin im Daimler-Konzern, kann man kaum widersprechen. Der Smart ist klein, leicht, wendig und meistens in Städten zu finden. Wie in der südfranzösischen Metropole Toulouse. Wo auch Airbus zu Hause ist. Wo Tausende von Menschen ihren Arbeitsplatz in der Nähe ihrer Wohnung haben. Toulouse ist Stadt der Fahrräder – und eine Smart-Hochburg. Grund genug, mit dem neuen Smart electric drive durch die engen Gassen der Altstadt zu schnurren. Der electric drive ist ab 21  940 Euro als Fortwo mit zwei oder für 660 Euro Aufpreis als Forfour mit vier Sitzplätzen zu haben. Im Juni folgt dann auch das Cabrio ab 25  200 Euro. Der Smart ed ist das einzige Open-Air-Modell mit Elektroantrieb.

Serienmäßig verfügen alle Modelle über einen neuen leistungsstarken On-Board-Lader. Trotzdem vergehen fast sechs Stunden zum vollständigen Aufladen. Zum Aufpreis von 600 Euro gibt es eine Schnell-Auflade-Box, damit ist der „Tank“ in dreieinhalb Stunden voll. Dreieinhalb oder gar sechs Stunden Aufladen für eine Fahrtstrecke von maximal 160 Kilometern? Ein Verhältnis, das nicht stimmt. Wobei die angegebenen 160 Kilometer auch zumeist nicht erreicht werden. Bei unseren Stadtfahrten war nach gut 120 Kilometern Schluss. Es musste neu aufgeladen werden. Trost: Auch Benzin- oder Dieselmotoren benötigen im Stadtverkehr mehr Sprit als auf der Landstraße.

Alle drei Smart ed-Modelle sind mit einem 60 kW/81 PS starken E-Motor ausgerüstet. Im Stadtverkehr mit weniger als fünf Sekunden für den Sprint von 0 auf 60 km/h noch vergleichsweise spritzig, braucht die E-Flotte bis Tempo 100 je zwischen 11,5 und 12,7 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit erreichen wir auf der Schnellstraße zum Flughafen Tempo 130. Bei dieser Geschwindigkeit steigt der Stromverbrauch stark an, wie auf der Akku-Skala zu sehen ist. Die Normreichweite von 160 Kilometern wird zur Makulatur. Gespeist wird der Elektroantrieb aus einem Lithium-Ionen-Akku mit 17,6 kWh. Um Strom zu sparen, gibt es den Smart nicht nur mit einer App zum Vorklimatisieren, sondern auch mit einer intelligenten Steuerung für die Rückgewinnung der Bremsenergie. Sie nutzt das Abstandsradar und bremst den Smart mit Hilfe des E-Motors immer so ab, dass am wenigsten Schwung verloren geht und am meisten Strom zurückgewonnen wird.

Für ein Stadtauto mag die Reichweite genügen. Aber unter normalen Bedingungen im Berufsverkehr auf dem Lande eher nicht. Da stößt die aktuelle Batterie-Technik an Grenzen. Dennoch setzt die Daimler-Marke für die Zukunft auf Strom. Schon jetzt ist der Smart in den USA und in Norwegen ausschließlich als Stromer auf dem Markt. Dies mag irgendwann in Deutschland auch der Fall sein. Noch reicht der staatliche Zuschuss von 4000 Euro nicht, um Kaufinteressenten in Scharen zu locken. Aber auch dies mag ja noch kommen.

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