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Autos im Test: Volvo XC90 : Kraft der zwei Herzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Elektro- und ein Benzinmotor sorgen im neuen Volvo XC90 T8 Twin Engine gemeinsam für den Vortrieb.

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Ein E im Kennzeichen signalisiert: Dieser Volvo rollt elektrisch über die Straßen. Zumindest wenn der Fahrer im Verkehr mitschwimmt und nicht allzusehr aufs Gaspedal tritt. Denn wenn es richtig zur Sache geht, bekommt der 87 PS starke Elektromotor Unterstützung von einem 320-PS-Benzinmotor. Dann katapultieren insgesamt 408 PS das 2,3 Tonnen schwere Schlachtschiff in 5,6 Sekunden auf Tempo 100. Erst bei 230 km/h ist Schluss mit lustig.

Ein Elektroauto ist der neue XC90 T8 Twin Engine höchstens für 43 Kilometer im Pure-Modus, der bis 125 km/h reicht. Solange liefert die 9,2-kWh-Hochvoltbatterie Strom für den Vortrieb. In zweieinhalb Stunden lässt sie sich an einer mit 16 Ampere abgesicherten Steckdose wieder aufladen. Doch beim Start des großen Schweden ist stets der Standardmodus Hybrid aktiviert, der für einen nahtlosen Wechsel zwischen dem 2,0-Liter-Vierzylinder-Motor und dem Elektromotor sorgt. Die Insassen spüren davon nichts – und der Fahrer erkennt es nur auf dem Display rechts vom Tacho.

Dank der elektrisch angetrieben Hinterachse wird der XC90 T8 Twin Engine zum Allradfahrzeug, das bis zu sieben Personen sicher und komfortabel auch durch verschneite Winter-Landschaften befördert. Dazu trägt die Achtgang-Wandlerautomatik bei – und zwar besonders stilvoll, denn der Wählhebel besteht im Topmodell der Baureihe aus handgeformtem schwedischen Kristallglas aus der Manufaktur Orrefors. Einen großen Sprung hat die Bedienung des Volvo-Flaggschiffs gemacht: Statt vieler Knöpfe mit englischen Kürzeln gibt es in der Mittelkonsole nun einen hochkant gestellten 9,2-Zoll-Touchscreen, über den sich Navi, Radio, Telefon, Klima und Assistenzsysteme übersichtlich in deutscher Sprache steuern lassen.

Der NEFZ-Normverbrauch von 2,1 Litern Superbenzin auf 100 km ist jedoch nur ein theoretischer Wert. In der Realität dürfte sich der Verbrauch je nach Gasfuß und Fahrtstrecke irgendwo unter 10 Litern einpendeln – akzeptabel für ein Gefährt dieser Größe. Der XC90 bringt es auf eine Außenlänge von 4,95  m und spielt damit in einer Liga mit Audi Q7 (5,05 m), Porsche Cayenne (4,85 m), BMW X5 (4,89 m) und Range Rover (5,00 m). Doch im XC90 sitzt es sich noch einen Tick majestätischer – auf vorbeiziehende X5 blickt der Volvo-Fahrer mit Understatement herab.

Das Hybrid-Topmodell der XC90-Baureihe aus dem Volvo-Werk im schwedischen Torslanda kostet mindestens 76  160 Euro. Wer bei der Ausstattung in die Vollen geht und auch noch das R-Designpaket ordert, landet bei 100  000 Euro – ein stolzer Preis für so ein Kraftpaket, aber auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Es geht aber auch für die Hälfte und mit deutlich weniger technischem Aufwand: Der XC90 D4 mit 190-PS-Diesel, Frontantrieb und einem Automatik-Wählhebel ohne Glas kostet 49  400 Euro, schluckt laut Norm 5,2 Liter Diesel. Und kommt ohne Steckdose aus.

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