Auto : „Ist das wirklich ein VW?“

Mit seiner prägnanten Front fällt der VW Arteon im Straßenbild auf.
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Mit seiner prägnanten Front fällt der VW Arteon im Straßenbild auf.

Der neue Volkswagen Arteon gefällt durch sein Äußeres und überzeugt mit guten Fahrleistungen.

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17. Februar 2018, 16:00 Uhr

Der Arteon spielt bei Volkwagen eine Doppelrolle. Er ist 2017 an die Stelle des CC getreten, jenes hübschen viertürigen Coupés, das zum Überraschungserfolg geworden war und der Passat-Limousine mächtig Konkurrenz gemacht hatte. Er tritt aber auch als neues Flaggschiff an, nachdem VW den Phaeton 2016 in einem seltenen Anfall von Bescheidenheit aus dem Programm gekippt hat. Mit Preisen ab 35 325 Euro ist der Arteon trotz üppiger Grundausstattung deutlich billiger als das vormalige VW-Spitzenmodell.

Wie fuhren die ab 50 100 Euro erhältliche Top-Motorisierung, den 2,0-Liter-Benziner mit 280 PS. Nach der Diesel-Affäre stellt Volkswagen verstärkt Testwagen mit Benzin-Motoren zur Verfügung. Verständlich.

Der Arteon spurtet in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 und ist bis zu 250 km/h schnell. Das klingt nach Oberklasse, doch der Arteon tritt nicht wirklich in der Liga von Audi A8 oder Mercedes S-Klasse an.

Technisch basiert er wie Golf und Passat auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns, beim Design setzt er sich aber deutlich von der Verwandtschaft ab. Die 4,86 Meter lange coupéartige Limousine sieht gut aus und fällt auf. Zehn Zentimeter mehr Länge und vor allem vier Zentimeter mehr Breite als beim Passat kommen dem Arteon zu Gute. Ein kuppelförmiges Dach betont den Coupé-Charakter ebenso wie die die rahmenlosen Seitenscheiben. Große Räder und der mächtige Kühlergrill signalisieren Kraft. Man blickt auf den Arteon. Und häufig kommt die Frage: „Ist das wirklich ein VW?“ Ja, das ist er in der Tat.

Der Blick nach innen ist weniger aufregend. Die Einrichtung gleicht der des Passat – sachlich, nüchtern, angenehme Materialien in guter Verarbeitung. Wenig wertig wirkt aber das Head-up-Display – es ist nur ein Stück Plastik. An Platz herrscht kein Mangel, hinten wird viel Beinfreiheit geboten. 563 Liter Gepäck passen in den riesigen Kofferraum.

Besonders in Kurven zeigt der Arteon seine Stärke, das Fahrwerk scheint auf der Fahrbahn zu kleben. Kaum Wind- und Abrollgeräusche, allein die akustische Präsenz der Vierzylinder ist beim Zwischenspurt deutlich vernehmbar. Der Arteon überzeugt in seiner nüchternen und ehrlichen Art. Er ist wahrlich kein Aufschneider, dieser Volkswagen.

VW Arteon 2.0 TSI 4Motion

4-türige, 5-sitzige Coupé-Limousine mit Allradantrieb und 7-Gang-DSG, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,86 m/1,87 m (2,12 mit Spiegeln)/1,45 m/ 2,84 m, Kofferraum: 563-1557 Liter. - 2,0-Liter-Benziner: 206 kW/ 280 PS, max. Drehmoment: 350 Nm bei 1700-5600 U/min, 0 bis 100 km/h in 5,6 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Normverbrauch: 7,3 l/100 km, Testverbrauch: ?,? l, 164 g CO2/km, EU6; ab 50 100 Euro (Basisbenziner mit 150 PS und Frontantrieb ab 35 325 Euro, Diesel mit 150 PS ab 38 250 Euro).
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