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Neue Autos: Für Sie gefahren : Immerhin 300 Kilometer

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Aus der Onlineredaktion

Renaults kleiner Stromer Zoe legt bei der Reichweite zu. Neues Modell mit 41-kWh-Batterie ab 19 900 Euro

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2017 | 16:00 Uhr

Ein neuer, stärkerer Akku beflügelt jetzt den Renault Zoe, die theoretische Reichweite des Kleinwagens steigt um 160 auf 400 Kilometer. Im realen Fahrbetrieb schafft der Franzosen-Stromer immerhin 300 Kilometer. Aber das reicht schon in vielen Fällen für den Alltag.

Der Fortschritt liegt in der Reduzierung des Stromspeichergewichts. Beim bisherigen Zoe wiegt der 22-kWh-Akku 290 Kilogramm und reicht für 240 Kilometer im Normzyklus. Die neue stärkere Batterie kann nahezu die doppelte Energiemenge, nämlich 41 kWh bevorraten, ist aber nur 15 Kilo schwerer. Beim Laden sieht die Sache etwas anders aus. Der kleine Akku ist nach zwei Stunden gefüllt, der neue Speicher braucht dafür selbst an der Schnellladestation bis zu viereinhalb Stunden. An einer Haushalts-Steckdose vergehen 16 Stunden bei 14 Ampere Absicherung und gar 25, wenn die Steckdose nur mit zehn Ampere arbeitet. Deshalb hat sich Renault auch um mehr Effizienz bemüht. Die neue Steuerung der Klimatisierung, verbesserte Rekuperation (Rückwandlung kinetischer in elektrische Energie beim Bremsen oder Gaswegnehmen) sowie Leichtlaufreifen sparen Strom.

Trotz allem bleibt die nach Norm ermittelte Reichweite von 400 Kilometern ein theoretischer Wert. Nach moderater Testfahrt über Landstraßen und zahlreichen Ortsdurchquerungen, insgesamt 150 Kilometer, ist laut Bordcomputer die Hälfte des Energievorrats verzehrt.

Die E-Maschine leistet 68 kW/92 PS und schafft aus dem Stand ein Spitzendrehmoment von 220 Newtonmeter, was dem rund 1500 Kilo ein schweren Zoe zu munterer Leichtigkeit verhilft – auf den ersten Metern. 13,2 Sekunden braucht er allerdings doch von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird zugunsten der Reichweite elektronisch auf 135 km/h begrenzt.

Auffällig sind die Wind- und Abrollgeräusche, die ein Verbrennungsmotor bei gemäßigtem Tempo übertönen würde. Im Zoe surrt der Motor kaum hörbar. Das Fahrerlebnis ist aber nicht nur dadurch ein völlig anderes. Der Akku im Boden senkt den Schwerpunkt stark ab, das bringt Fahrstabilität und durch Kurven zirkelt der kleine Renault-Stromer wie ein Großer.

Kofferraumgröße und Zulademöglichkeit gehen in Ordnung. Mit ein paar Retuschen im Innenraum und eben der leistungsstärkeren Batterie hat der 2013 eingeführte Zoe nun deutlich gewonnen.

Der Elektro-Renault bleibt teuer. Zwar gewähren die Franzosen 3000 statt der üblichen 2000 Euro Herstellerprämie, dennoch kommt die Basisversion nach Abzug der staatlichen Förderprämie auf mindestens 19  900 Euro und kostet 2800 Euro mehr als die bisherige und weiter verfügbare Version mit geringerer Reichweite. Dazu kommt die Akku-Miete, die dem Kauf (8000 Euro) in aller Regel vorzuziehen ist. Ab 59 Euro kostet das im Monat einschließlich 2500 Kilometer Laufleistung im Jahr. Pro 2500 Kilometer zusätzlich im Jahr erhöht sich die Monatsmiete um jeweils zehn Euro. Die Flatrate kostet 119 Euro, unabhängig von der gefahrenen Distanz, was sich ab 20  000 Kilometern jährlich rechnet.

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