Kurioses rund um das Auto : „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

JUBILÄUM: Kaiser Wilhelm II. sah die Zukunft seines Reiches auf dem Meer oder auf dem Rücken der Pferde. Trotzdem: Der Benzinmotor hat sich durchgesetzt und wird zu Ehren seines Erfinders „Ottomotor“ genannt. Nicolaus Otto starb vor 125 Jahren, am 26. Januar 1891. Das Wochenend-Magazin hat geschaut, welche Kuriositäten der Deutschen „liebstes Spielzeug“ hervorgebracht hat.
JUBILÄUM: Kaiser Wilhelm II. sah die Zukunft seines Reiches auf dem Meer oder auf dem Rücken der Pferde. Trotzdem: Der Benzinmotor hat sich durchgesetzt und wird zu Ehren seines Erfinders „Ottomotor“ genannt. Nicolaus Otto starb vor 125 Jahren, am 26. Januar 1891. Das Wochenend-Magazin hat geschaut, welche Kuriositäten der Deutschen „liebstes Spielzeug“ hervorgebracht hat.

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23. Januar 2016, 16:00 Uhr

Teures Knöllchen: Richtig tief in die Tasche greifen musste ein Autofahrer im Januar des Jahres 2010. Ein Gericht im schweizer Kanton St. Gallen verdonnerte den Fahrer eines Ferrari Testarossa zu einem Bußgeld von 299  000 Franken (damals ca. 230  000 Euro), weil dieser in einer Tempo-80-Zone 135 km/h schnell unterwegs war. Das Pech des Ferrari-Piloten: In der Schweiz richtet sich die Höhe der Buße nach dem Einkommen des Fahrers und der war „leider“ mehrfacher Millionär.

Vermurkste Zukunftsprognose: Auf das falsche Pferd gesetzt hat Kaiser Wilhelm II. mit seinem legendären Ausspruch: „Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Längster Stau der Geschichte: Verkehrsstaus sind nicht schön, vor allem dann nicht, wenn sie ganze 176 Kilometer lang sind, so wie der historische Stau am 16. Februar 1980 zwischen Paris und Lyon.

Für Singles: Das kleinste Serienauto der Welt kommt von der englischen Isle of Man und nennt sich Peel P 50. Ein Smart oder Trabant wirkt im direkten Vergleich geradezu wie eine Großraumlimousine, kommt der Einsitzer doch lediglich auf 1,35 Länge und 99 Zentimeter Breite, dafür aber auf schwindelerregende 70 km/h.

Transformers: Kein anderes Auto gab es je in mehr Varianten als den klassischen Land Rover, der seit 1948 mehr oder weniger modifiziert vom Band rollt. Bei den Lkws ist in dieser Beziehung der Unimog die unangefochtene Nummer Eins.

Der größte Autonarr der Welt: Autos sind teuer, das weiß jeder Fahrzeugbesitzer. Je mehr man davon hat, desto teurer wird der Spaß – das zumindest ahnt der Sultan von Brunei und mehrfache Milliardär Hassanal Bolkiah, hat er doch gleich 5000 Stück davon. Unter anderem über 360 Bentleys, etwa 200 Jaguar und 20 Lamborghinis werden ihm von gut informierten Fachleuten nachgesagt. Er selbst hüllt sich in Bezug auf sein teures Hobby lieber in Schweigen.

Als Erster über 100 km/h schnell: Der erste Mensch, der mit einem Automobil schneller als 100 km/h gefahren ist, war der belgische Rennfahrer Camille Jenatzy (Foto, dpa) am 29. April 1899 mit seinem Elektroauto „La Jamais Contente“ und ganzen 105,88 km/h.

Die gefährlichste Straße: Mit mehreren Hundert Verkehrstoten im Jahr gilt die Yungas-Straße in Bolivien als die gefährlichste der Welt. Nicht nur, dass der einspurigen, beängstigend engen Bergstraße die Leitplanken fehlen, es herrscht auch noch Linksverkehr – ganz im Gegensatz zum restlichen Bolivien übrigens.

Er läuft und läuft und läuft: Das am längsten produzierte Automobil der Welt ist nicht der VW Käfer, der ab 1938 in Serie gebaut wurde und zuletzt im Jahr 2003 in Brasilien vom Band lief, sondern der britische Morgan 4/4, dessen Serienproduktion 1936 begann und der heute noch immer gebaut wird.

Viel, viel zu schnell: Die wohl extremste Geschwindigkeitsübertretung der Automobilgeschichte wurde in den USA gestoppt. Bei erlaubten 120 km/h schaffte es im Jahr 2003 der Fahrer eines Koenigsegg mit ganzen 389 km/h erwischt zu werden. Er war nicht der einzige, der an diesem Tag raste, schließlich fand gerade das „Gumball 3000“ statt, ein nicht immer ganz legales Autorennen auf öffentlichen Straßen quer durch Amerika.

Räder in die Höh’: Normalerweise sind Amphibienfahrzeuge nicht allzu schnell unterwegs. Das liegt ganz einfach daran, dass die Räder (und andere Fahrwerksteile), die zu einem großen Teil unter der Wasseroberfläche liegen, dem Vortrieb einen enormen Widerstand entgegen setzen und so höhere Geschwindigkeiten ausbremsen. „Na gut, dann klappen wir die Reifen einfach zur Seite“, dachte sich der Neuseeländer Alan Gibbs und baute mit seinem Gibbs Aquada ein Amphibienfahrzeug, das so auf dem Wasser Geschwindigkeiten von über 50 km/h erreichen kann. Immer an der Wand lang: Echte Geländewagen schaffen problemlos Steigungen von 45 Grad. Es gibt aber auch welche, die fast senkrecht die Wand hochfahren können und sogar über (!) das Wasser. Die Allradboliden der isländischen Formula Offroad sind mit ihren 1000 PS und mehr derart übermotorisiert, dass jedes SUV vor Neid erblasst.

35 Tassen Espresso pro Kilometer: Die spinnen, die Briten: Für eine BBC-Sendung bauten Wissenschaftler einen alten VW Scirocco auf Kaffee-Antrieb um. Nun verleibt sich das gute Stück kein teures Benzin mehr ein, sondern um ein Vielfaches kostspieligeren Kaffee. Mit einem Kilogramm Kaffee fährt der Wagen etwa fünf Kilometer weit, kann aber immerhin noch eine Spitzengeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Das Geheimnis des Ganzen liegt im Kofferraum: Da befindet sich eine Brennkammer, die den Kaffee auf 700 Grad Celsius erhitzt. Die dabei entstehenden Gase werden gefiltert, gekühlt und im Motor verbrannt.

Ganz schöner Schluckspecht: Die amerikanischen Geländewagen der Marke Hummer stehen ja in dem Ruf, nicht ganz zimperlich mit ihrem Treibstoff umzugehen. Andere sind da aber noch sehr viel trinkfester. Der Bugatti Veyron 16.4 etwa zieht schnell mal 40 Liter im Stadtverkehr durch. Erreicht er mit seinen 1001 PS die Höchstgeschwindigkeit von über 400 km/h, dann laufen auch schon mal 100 Liter auf 100 Kilometern durch den Motor.

Wo steht eigentlich mein Auto? Der außergewöhnlichste Parkplatz, der zudem auch noch am weitesten vom Wohnort seines Fahrers entfernt liegt, ist wohl ganz ohne Zweifel der Mond. Hier parken immerhin mehrere LRVs, also Luna Roving Vehicles, die Apollo-Astronauten dort in den 1970er Jahren abgestellt haben.

Teuer, teurer, Bugatti: Ein Bugatti 57 SC Atlantic von 1936 brachte im Mai 2010 auf einer Auktion im kalifornischen Pebble Beach die stolze Summe von 30 bis 40 Millionen US-Dollar ein – genauere Angaben macht das Auktionshaus über den anonymen Kauf leider nicht.

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