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Autoreise : Hinter der Grenze kann es teuer werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit dem Auto ins EU-Ausland: Vor dem Urlaub sollte man sich rechtzeitig über Verkehrsregeln und andere Bestimmungen informieren

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Tempolimits, Alkoholgrenzen, Lichtpflicht, Mautgebühren – vieles ist im Ausland anders geregelt als in Deutschland. Autoreisende tun gut daran, sich mit den Bestimmungen im Urlaubsland rechtzeitig vertraut zu machen.

Umweltplaketten
Für die Einfahrt in einige französische Städte benötigen Wagen, die nach dem 31. Dezember 1996 erstmalig zugelassen wurden, nun die französische Umweltplakette. In diesem Sinne gelten auch Wohnmobile bis 3,5 Tonnen als Pkw. Die Fahrzeuge müssen die geltenden Abgasnormen erfüllen. Wer ohne Plakette unterwegs ist, muss von Juli an mit einer Geldbuße von 68 Euro rechnen. „Autofahrer müssen sich online registrieren und bekomme die Plakette mit einem QR-Code zugeschickt“, erklärt Herbert Engelmohr vom Automobilclub für Deutschland (AvD). Reisende benötigen sie dem AvD zufolge in den Großräumen Paris, Grenoble und Lyon. Auch der Großraum London hat in diesem Jahr eine Umweltplakette eingeführt. Für Pkw und Wohnwagen gilt aber nur in der Stadt London Plakettenpflicht.

Teure Sünden
Neue Bußgelder gibt es in Bosnien-Herzegowina. Dort kostet das Telefonieren oder die Smartphone-Nutzung am Steuer jetzt bis zu 150 Euro. Wer die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 30 km/h oder mehr überschreitet, riskiert zwischen 200 und 500 Euro Bußgeld.

Apropos Bußgelder: Wer sich im Ausland zu Unrecht beschuldigt fühlt, sollte die Strafe nicht sofort bezahlen. „Bußgelder aus dem Ausland dürfen nur vom Bundesamt für Justiz vollstreckt werden“, erklärt Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Bei fehlerhaften oder zu hohen Bußgeldbescheiden rät der Club deshalb, Einspruch einzulegen und juristischen Beistand zu suchen. Liegt der Fall indes klar, kann sich schnelle Bezahlung lohnen: Italien und Spanien gewähren bei sofortiger Bezahlung hohe Rabatte.

Für Verkehrsverstöße im Ausland gibt es übrigens keine Punkte in Flensburg. Außerdem hat ein von einer ausländischen Behörde ausgesprochenes Fahrverbot in Deutschland keine Bedeutung.

In vielen europäischen Ländern sind die Bußgelder für zu schnelles Fahren, falsches Parken und Fahren unter Alkoholeinfluss viel höher als hierzulande, warnt der ADAC. Schon 20 km/h über dem Tempolimit kann eine Geldstrafe von mehreren hundert Euro nach sich ziehen. Wird man mit hohem Alkoholpegel am Steuer erwischt, kann in Italien (ab 1,5 Promille) und Dänemark (ab 2,0 Promille) das Auto enteignet werden. In Norwegen drohen ab 0,2 Promille Bußgelder ab 600 Euro aufwärts, in Schweden und Spanien sogar Gefängnis (ab 1,0 bzw. 1,2 Promille).

Fahranfänger
Fahranfänger sollten im Ausland extrem vorsichtig sein. Für sie gelten bei Tempolimits und Promillegrenze nämlich oft andere Regeln als in Deutschland – und andere als für erfahrene Fahrer im jeweiligen Land. Nach Auskunft des ADAC darf, wer seinen Führerschein noch keine drei Jahre hat, auf den Schnellstraßen Italiens nur 90 km/h fahren, wo ansonsten 110 erlaubt sind. Auf Autobahnen sind 100 statt 130 km/h zulässig. Ähnliches gilt auch in Frankreich und Kroatien. Wer etwa in Österreich in den ersten zwei Jahren nach der Fahrprüfung mit 0,1 Promille erwischt wird, dem drohen bis zu 2180 Euro Strafe, erklärt der ADAC. Ein Verstoß gegen die Promillegrenze in Dänemark kann sogar einen Nettomonatslohn kosten.

Lichtpflicht
In vielen europäischen Ländern gilt auch tagsüber Lichtpflicht. Dabei dürfen in Italien und in Skandinavien mit Ausnahme Norwegens ausdrücklich auch Tagfahrleuchten eingesetzt werden. Beanstandet wird das laut ADAC dagegen, wenn auch nur vereinzelt, unter anderem in Polen, Slowenien und Ungarn. Der Tipp der Experten: besser immer das Abblendlicht einschalten.

Maut
Die Mautplakette für österreichische Autobahnen ist seit Jahresanfang 2017 türkis – und um 0,8 Prozent teurer. Das Zehn-Tages-Pickerl für Pkw kostet nun 8,90 Euro. Die Experten empfehlen, den unteren Abschnitt der Trägerfolie mit Seriennummer aufzubewahren, da er als Kaufnachweis gilt. Wichtig: Auf der Windschutzscheibe dürfen sich keine österreichischen Vignetten aus den Vorjahren befinden.

Grenzkontrollen
Seit Sommer 2015 ist die Reisefreiheit in Europa als Folge der Flüchtlingskrise teilweise eingeschränkt. Noch immer gibt es im Süden Deutschlands an den Grenzen Kontrollen. Betroffen sind dem ADAC zufolge nicht nur die Autobahnen, sondern auch Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Wartezeiten gibt es in der Regel aber nur beim Rückreiseverkehr nach Deutschland. Diese Kontrollen der Bundespolizei gibt es nicht immer, sie sind aber grundsätzlich auch nachts möglich. Auch Österreich überwacht demnach derzeit noch immer seine Grenzen zu Slowenien, Ungarn und der Slowakei. An den Übergängen kann es also zu Wartezeiten kommen. Ebenso müssen Reisende in Polen, bei der Einreise von Mazedonien nach Serbien, von Serbien nach Kroatien und von Kroatien nach Slowenien mehr Zeit einplanen.

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