Autonomes Fahren : Hersteller wird Versicherung für Roboter-Autos zahlen müssen

Technisch ist das autonome Fahren  bereits weitgehend machbar. Vor der Verbreitung sind allerdings noch rechtliche Fragen zu klären.
Technisch ist das autonome Fahren bereits weitgehend machbar. Vor der Verbreitung sind allerdings noch rechtliche Fragen zu klären.

Der Fahrer liest Zeitung, der Wagen denkt und lenkt. Und dann kracht’s. Doch wer trägt die Schuld?

svz.de von
21. November 2015, 16:00 Uhr

Der Fahrer liest Zeitung, der Wagen denkt und lenkt. Und dann kracht’s. Doch wer trägt die Schuld, wenn ein autonomes Fahrzeug einen Unfall verursacht? Diese Frage wird heiß diskutiert, sie muss vor der Einführung selbstfahrender Autos bis ins Detail geklärt werden. Die Experten der Beratungsfirma Frost & Sullivan sind sich sicher: Die Haftung liegt beim Hersteller.

Beim bisherigen Berechnungssystem für Kfz-Versicherungsbeiträge dreht sich alles um fahrerbezogene Faktoren: Alter, Geschlecht oder Einträge im Verkehrszentralregister. „Mit der Einführung autonomer Fahrzeuge wird der Fokus jedoch auf fahrzeugbezogene Parameter verlagert“, heißt in der aktuellen Studie von Frost & Sullivan zu den Auswirkungen autonomer Fahrzeuge auf den Kfz-Versicherungsmarkt. Der Fahrer wird in Zukunft fast keine Rolle mehr spielen. Sobald sich die autonomen Fahrzeuge flächendeckend durchgesetzt hätten, würden die Autoversicherer auf ein Versicherungsmodell wechseln, das die drei Parameter Produkt, Marke oder System zur Grundlage habe. „Die Verantwortung für die Versicherung des Fahrzeugs wird sich vom Fahrzeughalter auf den Hersteller verlagern“, heißt es bei Frost & Sullivan. Außerdem würde im Schadensfall die Selbstbeteiligung, die derzeit noch von den Versicherten übernommen werden müsse, von mehreren Beteiligten wie etwa Straßenbetreibern und lokalen Verkehrsbehörden gemeinsam getragen.

Die Unfallgefahr werde mit dem Aufkommen autonomer Fahrzeuge drastisch abnehmen, deshalb werde auch der Versicherungsbeitrag zur Deckung dieses Risikos erheblich sinken, so die Beratungsfirma. Für die Versicherungen stehe ein Systemwechsel an: Weg von der Verwendung historischer Daten, hin zu neuen Berechnungsmodellen, die den Fahralgorithmus bewerten und in eine variable Risiko-Skala umsetzen. Außerdem wird es ganz neue Angebote geben, etwa Cyber-Versicherungen, mit denen sich Hersteller und Halter gegen Cyber- oder Hacker-Angriffe absichern können.

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