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Auto & Verkehr

19. November 2017 | 13:32 Uhr

Jubiläum : Glücksfall „Elchtest“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2015 | 07:47 Uhr

Sicherheitsgurt, Airbag und ESP: Ohne die drei Lebensretter ist das moderne Auto nicht mehr vorstellbar. Jetzt feiert das elektronische Stabilitätsprogramm ESP runden Geburtstag: Vor 20 Jahren ging der Schleuderschutz in Serie, seitdem fahren Autos sicherer durch Kurven. Verkehrsexperten schätzen, dass ESP von 2000 bis 2013 rund 200  000 Unfälle verhindert und 6000 Menschen das Leben gerettet hat.

Den elektronischen „Schutzengel“ hat der Niederländer Anton Theodoor van Zanten erfunden. „Eigentlich wollte ich nur ein verbessertes Antiblockiersystem entwickeln. Ein ABS, das auch in Kurven oder beim leichten Bremsen funktioniert und das Auto in der Spur hält“, sagt der heute 74-Jährige. 1972 hatte van Zanten bei Forschungen für seine Doktorarbeit entdeckt, dass schleudernde Autos durch Bremsimpulse an den Vorder- oder Hinterrädern stabilisiert werden. Beim Zulieferer Bosch durfte der Ingenieur die Idee weiterverfolgen, doch es fehlte ein Sensor, der das Schleudern erkennt. Solche Drehratensensoren gab es damals nur in den Steuersystemen von Raketen: Die Wunderwerke der Feinmechanik kosteten rund 50  000 Mark pro Stück. Van Zanten musste abwarten, bis Sensoren so preisgünstig wie Mikrochips wurden und als hauchdünne, bewegliche Folien sensibel jede Bewegung erfassten.

1995 ging ESP im Mercedes S-Klasse-Coupé in Serie und wäre wohl lange ein teures Extra geblieben, wäre 1997 nicht die A-Klasse umgekippt – beim berühmten „Elchtest“, einem Standard-Ausweichmanöver schwedischer Autojournalisten. Das kratzte am Daimler-Image. Der Vorstand entschied, den Kompaktwagen serienmäßig mit ESP auszustatten und so die Kippgefahr zu bannen. ESP wurde zu einem Großserienbauteil. Heute sind weltweit rund zwei Drittel aller Pkw mit ESP ausgerüstet. Seit November 2011 gehört das System per Gesetz zur Serienausstattung.

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