Volkswagen : Ganz schön groß geworden

Markant, aber zeitlos: Den neuen Polo schmücken zusätzliche Kanten und Sicken.
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Markant, aber zeitlos: Den neuen Polo schmücken zusätzliche Kanten und Sicken.

Neuer VW Polo rückt dem Golf mit viel Platz, Komfort und breitem Angebot an Motoren und Ausstattungen nahe.

svz.de von
23. September 2017, 16:00 Uhr

Als die VW-Tochter Seat im Mai den gelungenen neuen Ibiza zeigte, fragte man sich, was die Wolfsburger beim Polo der sechsten Generation noch draufsatteln können. So einiges, wie die ersten Testfahrten rund um Hamburg zeigen. Der Polo hält Abstand zum Spanier, der mit dem „MQB A0“ (modularer Querbaukasten) vorpreschen durfte. Alle Vorteile der neuen technischen Basis des VW-Konzerns finden sich auch im Polo, dazu kommen aber Raffinessen, mit denen der auf 4,05 Meter gestreckte Kleinwagen dem großen Bruder Golf auf den Leib rückt. Noch nicht mit dem Basismodell ab 12  975 Euro, wohl aber mit den höheren Ausstattungslinien, in denen reichlich Fahrerassistenz, Voll-LED-Scheinwerfer oder Smartphone-Anbindung mit induktivem Laden zu haben sind.

Dass VW dem Polo wieder ein Kleid geschneidert hat, das modern wirkt, aber lange ansehnlich bleiben wird, versteht sich fast von selbst. „Avantgardistisch“, wie es der Pressetext behauptet, ist es natürlich nicht. Solide wirkt der Polo, erwachsener, was er dem Größenwachstum verdankt. 9,4 Zentimeter mehr Radstand wirken sich erfreulich auf die Beinfreiheit in zweiter Reihe aus. Mehr Luft über den Köpfen aller Mitfahrer trägt zum großzügigen Raumgefühl bei. Das Ladeabteil schluckt mit 351 - 1125 Litern erheblich mehr als bisher

Bei der Inneneinrichtung hebt sich der Polo deutlich vom Seat ab. Ab der Ausstattungslinie Comfortline (ab 15  150 Euro) findet sich hier hohes Niveau mit geschäumten Oberflächen, die in der Basis noch in Hartplastik ausgeführt sind. Neu sind die bunten Farben für den Armaturenträger: Acht Varianten stehen zu Wahl, dazu kommen 14 Außenlackierungen und Design-Pakete, so dass sich der Polo weitreichend individualisieren lässt. Erstmals gehört zu den Optionen ein programmierbares digitales Cockpit, das Tacho & Co. oder Navikarte nach persönlichem Geschmack anzeigt. Der Monitor über der Mittelkonsole wendet sich dem Fahrer zu, ist in idealer Höhe montiert und vornehm verglast.

In Fahrt fühlt sich der Polo nicht wie ein Kleinwagen an. Geräusch- und Federungskomfort wirken eher wie in einem Modell der gehobenen Kompaktklasse. Ein gut abgestimmtes Fahrwerk (auf Wunsch auch Sportversion mit schaltbaren Dämpfern) und eine präzise Lenkung sorgen für Fahrvergnügen in den leistungsstärkeren Versionen. Bis Jahresende werden neun Motoren mit bis zu 200 PS verfügbar sein, darunter erstmals eine Erdgasversion. Den Auftakt machen drei 1,0-Liter-Benziner mit 65, 75 oder 95 PS. Letzterer kostet mindestens 17  200 Euro, bietet aber souveräne Kraft und eine Laufkultur, die kaum vermuten lässt, dass hier nur drei Töpfe am Werk sind. Die Beschränkung bei Hubraum und Zylindern ermöglicht 4,4 Liter Normverbrauch, bei unserer Testfahrt zeigten sich Werte zwischen fünf und sechs Litern.

Daten & Preise

VW Polo 5-türiger, 5-sitziger Kleinwagen, Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,05 m/1,75 m/1,46 m/2,56 m, Leergewicht  ab 1145 kg, Kofferraum: 351  - 1125 Liter.

1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner:   5-Gang-Getriebe, 48 kW/65 PS,   0 bis 100 km/h in  15,5 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 164 km/h, Normverbrauch: 4,7 Liter/100 km,   108 g   CO2/km, EU6; ab 12975 Euro.

1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner:   5-Gang-Getriebe, 55 kW/75 PS,   14,9 Sek., 170 km/h,   4,7 l, 108 g   CO2/km, EU6; ab 13975 Euro.

1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner:    5-Gang-Getriebe, 70 kW/95 PS,    10,8 Sek., 187 km/h, 4,4 l, 101 g   CO2/km, EU6; ab 17200 Euro (mit 7-Gang DSG  ab 18700 Euro).

Es folgen noch die Benziner  1.0 TSI mit 85 kW/115 PS, 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS  und  2.0 TSI mit 147 kW/200 PS (Polo GTI), 2 Diesel mit 59kW/80 PS und 70 kW/95 PS sowie Harnstoffeinspritzung und SCR-Katalysator, außerdem ein bivalenter Erdgasmotor mit 66 kW/90 PS.

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