zur Navigation springen
Auto & Verkehr

15. Dezember 2017 | 09:20 Uhr

Nissan Micra : Fährt wie ein Großer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuer Nissan Micra zielt mit ausdrucksstarkem Design und großem Technikangebot auf anspruchsvollere Kundschaft.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Die Nummer 5 macht alles anders. Der neue Nissan Micra (ab 12  990 Euro) stellt sich als Charaktertyp vor, optisch markant, vielfach individualisierbar und technisch ganz vorn in der Kleinwagenklasse. Der in Indien gebaute Vorgänger war von eher unscheinbarer Statur, weil er als Auto für die ganze Welt viele Kompromisse eingehen musste, darunter eine Skurrilität: Er sollte schmal genug für enge Gassen sein und hoch genug, damit ein Turbanträger drinnen Platz nehmen konnte – kein Scherz, wie die Nissan-Leute versichern.

Der fünfte Micra ist ein Europäer, gebaut in Frankreich beim Allianzpartner Renault, entwickelt auf dem Alten Kontinent für den Geschmack von Deutschen, Franzosen, Italienern... Die stellen hohe Ansprüche. Ein Kleinwagen soll nicht mehr nur fahrbarer Untersatz sein, sondern auch seine Besitzer repräsentieren.

Das Image eines Frauenautos legt der neue Micra mit seinem schneidigen, kantigen Design jedenfalls ab. Er ist flacher, breiter und länger, steht selbstbewusst auf der Straße. Er glänzt mit technischen Feinheiten, die in dieser Kombination erstmals im Segment zu finden sind. Ein fettes Bose-Sound-System mit Lautsprechern in der Fahrer-Kopfstütze erfreut mit feinem Klang – optional, versteht sich. Der Notbrems-Assistent mit Fußgängererkennung ist indes serienmäßig, weitere Helfer sind als Extras bzw. mit aufsteigender Ausstattungsstufe zu haben: Verkehrszeichen-Erkennung, Fernlicht-Assistent für automatisches Auf- und Abblenden, virtueller 360-Grad-Rundumblick aus der Vogelperspektive, Totwinkel-Warner und der clever gemachte Spurhalte-Assistent: Droht das unbeabsichtigte Abweichen, warnt er visuell und mit Vibrieren im Lenkrad. Reagiert der Fahrer nicht, zieht sich der Micra selbst zurück in die Spur und zwar nicht wie bei anderen Fabrikaten per Lenkeingriff, sondern durch Abbremsen der spurinneren Räder – simpel, aber genial.

Einen Riesensprung macht der fünfte Micra beim Komfort. Das beginnt bei großzügigeren Platzverhältnissen, setzt sich mit hoher Materialqualität im Interieur, bequemen Sitzen und modernem Infotainment-/Konnektivitätsangebot fort und endet noch nicht mit dem gesenkten Geräuschniveau gerade bei höherem Tempo. Das Fahrwerk harmoniert mit dieser Entwicklung und bietet gleichermaßen Dynamik und kommodes Abrollen. So ist der Micra mehr als ein City-Flitzer, sondern fährt wie ein Großer. Weniger bequem ist die Nutzung des Kofferraums: Transportgut ist über eine hohe Kante zu heben, nach Vorklappen der Rücksitzlehnen entsteht eine Stufe in der Ladefläche.

Von den drei Motoren gefällt uns besonders der spritzige 0,9-Liter-Turbobenziner mit 90 PS und kernigem Klang. Weniger temperamentvoll, aber kultiviert läuft der 1,0-Liter-Sauger mit immer noch ausreichenden 73 PS. Der supersparsame Diesel (3,2 Liter/100 km) wird für Privatfahrer eine eher untergeordnete Rolle spielen, ist aber mit Blick auf Flottenkunden wieder in die Micra-Palette aufgenommen worden.

Daten & Preise

Nissan Micra

4-türiger, 5-sitziger Kleinwagen, Länge/ Breite/Höhe/Radstand: 4,0 m/1,94 m/1,46 m/2,53 m, Kofferraum: 300 bis 1004 Liter.

Benziner

1,0-Liter-Dreizylinder-Sauger: 54 kW/ 73 PS, 0-100 km/h in 15,1 Sek., Höchstgeschwindigkeit 161 km/h, Normverbrauch: 4,6 Liter/100 km, 107 g CO2/km, EU6; ab 12  990 Euro. 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbo: 66 kW/ 90 PS, 12,1 Sek., 175 km/h, 4,4 Liter, 99 g CO2/km, EU6; ab 15  790 Euro.

Diesel

1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo: 66 kW/90 PS, 11,9 Sek., 179 km/h, 3,2 Liter, 85 g CO2/km, EU6; ab 16  190 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen