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Auto & Verkehr

19. November 2017 | 17:11 Uhr

Audi A4 : Ein hoher Grad an Perfektion

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuer Audi A4 glänzt vor allem mit Qualitäten unter dem Blech. Marktstart im November zu Preisen ab 30 650 Euro

Ein neues Auto auf der Auffahrt – da tuscheln die Nachbarn schon mal. Diese Aufmerksamkeit mit dem Austausch eines Audi A4 der achten gegen die nun erscheinende neunte Generation zu erzielen, wird schwer. Nur Kenner identifizieren den neuen Mittelklässler an gezackten Scheinwerfern, an vier statt zwei Falten auf der Haube oder an der stärker konturierten Front. Das auf 4,73 Meter verlängerte Blechkleid signalisiert vor allem Beständigkeit.

Ab 13. November steht der neue Audi A4 beim Händler. Der wird mindestens 30  650 Euro aufrufen und kann dafür noch nicht allzu viel bieten. Ein paar Tausender für die Angebote aus der langen Optionsliste wird der Audi-Kunde schon drauflegen. Dann bekommt er ein großartiges Fahrzeug, das für den Mangel an Einfallsreichtum bei der äußeren Gestaltung mehr als entschädigt.

Der A4 trägt den Pelz nach innen. Nummer neun bietet mehr Kopf- und Schulterfreiheit, auf der Rückbank ist spürbar mehr Platz für die Beine. Der Kofferraum ist auf 480 Liter Volumen angewachsen. Man staunt über den Grad der Perfektion, den die Innenraumgestaltung bei Audi erreicht hat. Was wie Holz und Aluminium aussieht, ist aus Holz und Aluminium, mit höchster Sorgfalt verarbeitet ebenso wie die übrigen hochwertigen Materialien. Beeindruckend ist das aufpreispflichtige virtuelle Cockpit, das gestochen scharf wahlweise die große Navikarte mit kleinem Tacho- und Drehzahlmesser zeigt oder die Runduhren im Vordergrund. Und allein der satte, dumpfe Klang, mit dem die Türen ins Schloss fallen, könnte Kaufimpulse auslösen. Der Gesamteindruck ist Oberklasse – und der Audi sticht dabei noch manches im Luxussegment angesiedelte Fahrzeug des Wettbewerbs locker aus.

Das gilt auch für den A4 in Fahrt. Sanftes Gleiten beherrscht er ebenso wie die zackige Kurvenfahrt. Und nun ist doch ein Lob für die nüchterne Hülle fällig. Sie schlüpft mit einem cW-Wert von 0,23 durch den Wind. Das ist Rekord in dieser Klasse und bedeutet neben einer Senkung der Windgeräusche auch weniger Verbrauch. Dazu wurde der A4 um 110 Kilo leichter. Dies und neue sowie modifizierte Motoren sorgen unter dem Strich für 21 Prozent weniger Kraftstoffbedarf. Der sparsamste Diesel erzielt 3,7 Liter Normverbrauch. Ein neuer 2,0-Liter-Benziner mit 190 PS kommt auf nur 4,8 Liter. Selbst die Missachtung des allseits gebotenen Downsizings bedeutet nicht unzeitgemäßen Durst. Der neue 3,0-Liter-Sechszylinder-TDI leistet 218 PS und rennt 250 km/h, verbraucht im Normzyklus aber nur 4,2 Liter.

30 Assistenzsysteme stehen für den A4 zur Verfügung. So kann er etwa im Stop-and-go-Verkehr autonom bremsen, Gas geben und lenken. Oder durch vorausschauendes Fahren bis zu zehn Prozent Sprit sparen: Dazu nutzt ein Assistent Verkehrszeichenerkennung und Navidaten, nimmt vor Kuppen Gas weg und lässt das Auto im Leerlauf „segeln“.

Fazit: Der Nachbar merkt nichts vom neuen A4, der Fahrer umso mehr.

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