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Auto & Verkehr

19. Oktober 2017 | 16:52 Uhr

Land Rover : Ein Brite für alle Zwecke

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neuer Land Rover Discovery Sport ist fähiger Offroader, geräumiger Familienkombi und komfortabler Reisewagen gleichzeitig

Es wird spannend in der Klasse der mittelgroßen SUV mit Premium-Anspruch. Hochwertige Materialien, Hightech, feines Design und ein hart erarbeiteter Prestigefaktor bei solchen Autos sollen den gegenüber funktional gleichwertigen Modellen höheren Preis rechtfertigen. Ein Premium-Pendant etwa zum beliebten Audi Q5 fehlte bisher bei Land Rover. Der Freelander war eher rustikaler Kumpel als Boulevard-Flaneur. Nun wird er abgelöst vom brandneuen Discovery Sport. Ein Alleskönner, geeignet, im Revier von Q5 und BMW X3 zu wildern. Als Allraddiesel startet er bei 34  400 Euro. Im Herbst folgt noch eine Frontantriebsversion ab 32  250 Euro.

Auf 4,60 Metern Länge haben die Briten allerhand auf die Räder gestellt. Das Blechkleid des Discovery Sport lässt die Verwandtschaft zum Range Rover klar erkennen. Leder, Alu-Elemente und Kunststoffe von hoher Qualität schaffen im Innenraum ein angenehmes Ambiente. Verblüffend ist das Raumgefühl vorn und in der zweiten Reihe, die um 16 Zentimeter verschiebbar ist und so die Wahl zwischen üppiger Kniefreiheit im Fond und größerem Gepäckraum ermöglicht. Selbst für eine dritte Reihe ist noch Platz im Discovery Sport. Dort lassen sich zwei Kinder unterbringen, die aber gelenkig und nicht allzu groß sein sollten – weshalb Land Rover diese Version ehrlicherweise als 5+2-Sitzer deklariert. Das Ladevolumen reicht je nach Sitzkonfiguration von 541 bis 1698 Liter, womit sich der Discovery Sport als idealer Familienkombi qualifiziert. Nicht nur die Kids werden sich darüber freuen, dass auf allen Plätzen ein USB-Anschluss vorhanden ist, zum Laden des Smartphones oder um sich mit dem optionalen Multimediasystem im Fond zu verbinden. Das neue Infotainment von Land Rover stellt eine deutliche Verbesserung zum bisher Gebotenen dar. Allerdings ist die Steuerung der Belüftung nur über den Touchscreen suboptimal.

Der Discovery Sport bietet die ganze Palette moderner Fahrerassistenz: autonome Notbremsung, Park-, Fernlicht- und Spurhalteassistent, Verkehrsschilderkennung, Kollisionswarner bei Rückwärtsfahrt, Surround-Kamerasystem oder Head-up-Display sind hier zu haben. Serienmäßig ist sogar ein Airbag, der sich vor der Frontscheibe entfaltet und Fußgänger im Falle einer Kollision vor schwersten Verletzungen schützt.

Natürlich ist auch dieser Land Rover ein echter Geländewagen, der kein Terrain scheut. Das bewies der Discovery Sport beim Test im Ice Park im österreichischen Tweng, wo er extreme Herausforderungen bestand. Das Allradsystem gibt es in zwei Ausführungen. Entweder arbeitet es permanent oder entscheidet in der „Active Driveline“-Version je nach Untergrund automatisch über Front- oder Vierradantrieb. Bei guten Bedingungen wird die gesamte Allrad-Hardware entkoppelt – das spart Sprit. Wird’s rutschig, ist der 4x4-Antrieb binnen 300 Millisekunden wieder aktiv.

Auf der Straße zeigte sich der SD4 mit 190 PS als komfortabler Reisewagen mit durchzugstarkem, laufruhigem Dieselmotor. Ein Genuß ist die Neungangautomatik von ZF, die Schaltvorgänge kaum noch spüren lässt. Vom Namenszusatz Sport sollte man sich nicht zu viel versprechen. Lenkung und Fahrwerk arbeiten agil und präzise, einer „sportlichen“ Kurvenhatz stehen aber die 1,8 Tonnen Gewicht entgegen. Die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 188 km/h zurückhaltend aus. Der Normverbrauch auch: 6,1 Liter nennt das Datenblatt, in der Praxis werden aber doch eher über acht Liter verlangt.

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