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alternativer antrieb : Dreier an der Dose: BMW kommt mit Plug-in-Hybrid

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2015 | 20:42 Uhr

Starke Fahrleistungen, niedriger Verbrauch: Wenn in gut eineinhalb Jahren der BMW Dreier als Plug-in-Hybrid auf den Markt kommt, wird er mit Abstand die sparsamste Version der Baureihe sein. Das Ziel der Entwickler lautet 2,1 Liter Verbrauch auf 100 km, entsprechend 50 g CO2/km. Jetzt stand ein Prototyp für eine erste Testfahrt bereit.

Schon 2020 muss laut EU ein durchschnittlicher Flottenausstoß von 95 g CO2/km nachgewiesen werden. Momentan liegt BMW noch bei über 130 g/km. Maßgeblich senken könnte diesen Wert besonders jenes Modell, das BMW weltweit am meisten verkauft: Knapp 400  000 Dreier setzen die Münchner jährlich ab.

Der Plug-in-Hybrid arbeitet mit dem neuen Zweiliter-Turbo mit 180 PS und einer E-Maschine mit 70 kW (95 PS), die wischen dem Vierzylinder und der Achtgangautomatik sitzt. Die 7,6-kWh-Batterie, etwa so groß wie ein Reisekoffer, ist unter dem Kofferraumboden platziert und schränkt laut BMW den Laderaum nicht ein.

Ausgelegt ist der Prototyp auf eine elektrische Reichweite von 35 Kilometern. Ein Wert, den BMW aus dem Fahrverhalten eigener Kunden generierte. „80 Prozent fährt täglich nicht weiter als 30 Kilometer“, sagt Projektleiter Helmuth Wiesler. Klar, es ginge mehr. Aber das würde mehr Bauraum beanspruchen und die Kosten in die Höhe treiben; ebenso das Gewicht, schon jetzt wiegt der Hybrid-Dreier 165 Kilogramm zusätzlich.

Spüren tut man dies allerdings nicht. Im Gegenteil, die Limousine zeigte sich während der Testfahrt erstaunlich leichtfüßig, beschleunigt leise, geschmeidig und mit Nachdruck. Die Hybrid-Software steuert das gesamte System so intelligent, dass immer möglichst viel Drehmoment zur Verfügung steht. Egal, ob es von der E-Maschine oder vom Vierzylinder stammt. Der Hybrid-Dreier fühlt sich mindestens so souverän an wie der Sechszylinder-Diesel im 330d. Für emissionsfreies Fahren kann der E-Modus auch manuell über einen Taster auf der Mittelkonsole eingeschaltet werden. Maximal ist dann ein Tempo von 120 km/h möglich.

Die Technik ist teuer, BMW peilt einen Preis um die 40  000 Euro ab. Bleibt abzuwarten, ob auch der Kunde dies als Schnäppchen sieht. Schließlich drängen ihn keine hohen Spritpreise. Warum also sollte er sich für einen Plug-in-Hybrid entscheiden? Darauf hat Projektleiter Wiesler eine einfache Antwort: „Er kann das elektrische Fahren genießen.“

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