Porsche Cayenne : Die Mitte macht am meisten Spaß

Der Cayenne    S mit 440 PS lässt sich am agilsten bewegen.
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Der Cayenne S mit 440 PS lässt sich am agilsten bewegen.

Der neue Porsche Cayenne erscheint zunächst mit drei Benzinmotoren – und es gibt viel neue Technik im großen SUV.

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09. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Die dritte Generation des Porsche Cayenne ist eine komplette Neuentwicklung, was äußerlich zunächst kaum auffällt, am ehesten noch am durchgängigen Leuchtenband im Heck. Zum SUV-Coupé nach Art etwa des BMW X6 hat sich Porsche nicht entschlossen. Dennoch unterstreicht der Cayenne nun noch mehr, dass er aus einem Sportwagenhaus kommt. Weil er länger (um 6,3 Zentimeter) sowie leicht breiter und flacher geworden ist und weil sich die C-Säule stärker neigt. Außerdem gibt es einen aktiven Dachspoiler, der je nach Fahrzustand Funktionen von Anpressdruck bis Geräuschreduzierung erfüllt.

Die Einstiegspreise für die Benziner Cayenne, Cayenne S und Cayenne Turbo liegen jetzt zwischen 74 828 und 138 850 Euro. Auf die bislang beliebteste Version mit Dieselaggregat muss die Kundschaft noch warten, ebenso auf einen Hybridantrieb.

Im Innenraum verwendet Porsche alles, was auch im neuen Panamera gut und teuer ist. Der zentrale, analoge Drehzahlmesser wird von zwei digitalen Screens flankiert, die diverse Anzeigen von Navi über den Fahrzeugzustand bis hin zum Laptimer darstellen können. Blickfang in der Mittelkonsole ist der 12,3 Zoll große Touchscreen. Das System glänzt mit einer tollen Auflösung und einem übersichtlichen Menü. Erstmals sind die Sprachsteuerung „Voice Pilot“ und ein Online-Navi mit Echtzeit-Verkehrsdaten an Bord. Auch im Fond des Cayenne findet man als großgewachsener Mensch vernünftig Platz. Der Kofferraum wuchs um rund 100 auf 770 Liter.

Für alle drei zum Marktstart erhältlichen Modelle gilt: Den größten Eindruck macht die neue Hinterachslenkung, die bis 80 km/h den Wendekreis verkleinert und die Dynamik erhöht sowie bei höherem Tempo spurstabilisierend wirkt. Im Basismodell steckt ein Dreiliter-V6 mit 340 PS. Er bewegt die leichteste der drei Varianten: Mit 1985 Kilo liegt der Cayenne hier erstmals unter zwei Tonnen. Trotzdem fährt das Einstiegsmodell etwas enttäuschend. Das Triebwerk tut sich gefühlt recht schwer. Am anderen Ende der Skala steht der V8-Biturbo mit 550 PS. Im Sport-Plus-Modus geht es laut Porsche in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Allerdings schleppt der Top-Cayenne satte 2175 Kilo mit sich herum. Und so fehlt ihm die spielerische Freude, mit der sich die mittlere Version Cayenne  S bewegen lässt. Der beste Kompromiss der Baureihe setzt auf einen V6-Biturbo mit 440 PS. Mit 2020 Kilogramm ist der „S“ nah am Basismodell sowie satte 155 Kilogramm leichter als der Turbo – und das merkt man. Mit der Hinterachs-Lenkung, der Wankstabilisierung und dem Biturbo-V6 hat Porsche aktuell mit Abstand das spaßigste SUV im Portfolio. Auch der heckbetontere Allradantrieb trägt zur Freude bei. Man hält es kaum für möglich, wie leichtfüßig so ein Zweitonner erscheinen kann – ein echter Sportwagen im SUV.

Ein Kritikpunkt: Weil viele Kunden auch Anhänger ziehen wollen (bis 3,5 Tonnen sind möglich), wird statt eines Doppelkupplungsgetriebes eine neue Achtgang-Automatik verwendet, die mit ab und zu auftretenden Bedenkzeiten nicht so ganz ins sportliche Cayenne-Bild passt.

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