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Autos im Test: Alfa Romeo : Die hübsche Italienerin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alfa Romeo baut wieder eine Giulia. Limousine mit Heckantrieb und Motoren von 136 bis 510 PS

Da steht sie, die Giulia, zu der Romeo nun endlich wieder gefunden hat: Rassig, wohlproportioniert, mit unwiderstehlichem Hüftschwung. Alfa Romeo hat in beeindruckend kurzer Entwicklungszeit von nur drei Jahren wieder eine Mittelklasse-Limousine auf die Räder gestellt. Und sie ist das erste Auto der Italiener mit Hinterradantrieb seit dem Alfa 75 aus den 1980er Jahren.

Das weckt die Hoffnung, dass Fiat-Chef Sergio Marchionne den Traditions-Hersteller nicht so schändlich behandelt wie die nun ruinierte Marke Lancia. Die neue Giulia hat Potenzial. 4,63 Meter lang ist die fein gezeichnete Karosserie, der Airsplit-Lufteinlass vorn betont den klassischen Alfa-Kühlergrill, schlanke Scheinwerfer greifen bekannte und geschätzte Formen auf. Die Silhouette ist kraftvoll, Aluräder sind Standard und das sanft geneigte Heck stärkt den Rücken der Giulia.

Im Innenraum herrscht vorne Großzügigkeit, hinten sitzen Großgewachsene nicht sehr komfortabel. Immerhin erleichtern weit öffnende Türen das Ein- und Aussteigen. 480 Liter Gepäck passen in den Kofferraum. Das Cockpit hat Alfa klassisch geformt. Zwei analoge Rundinstrumente bilden das Zentrum, alle wichtigen Bedienelemente einschließlich Start-Stopp-Taste sind im Lenkrad integriert. Der Monitor in der Mittelkonsole ist mit knapp 17 Zentimeter Bildschirmdiagonale nicht der größte seiner Klasse, reicht für Navigationsanzeigen aber aus. Übergroß sind dagegen die Schaltwippen am Volant, mit denen sich die acht Übersetzungen des Automatikgetriebes sequenziell anwählen lassen. Alle Giulia-Versionen sind mit dem Fahrdynamik-Programm DNA ausgestattet.

Knackig ist das Heck geraten.
Knackig ist das Heck geraten.
 

Zur neutralen Einstellung gesellt sich die Dynamik-Stufe, die das Ansprechverhalten des Motors und die Lenkkräfte beeinflusst. Die Wahl des Öko-Modus aktiviert die Segelfunktion des Automatikgetriebes. Später soll außerdem eine adaptive Fahrwerksregelung folgen. Jetzt schon an Bord sind die gängigen Assistenzsysteme mit Notbremsfunktion, Fußgängererkennung, Spurhalte-Wächter sowie eine automatische Geschwindigkeitsregelung. Gedulden muss sich der Giulia-Verehrer auch bei der Konnektivität. Android-, Apple- und Google-Anbindungen für Smartphones sind noch in Vorbereitung, in drei Jahren Entwicklungszeit lässt sich eben doch nicht alles gleichzeitig zur Serienreife bringen.

Die Giulia startet zunächst mit einem 2,2-Liter-Diesel in drei Leistungsstufen (136/150/180 PS) zu Preise zwischen 33  100 und 37  400 Euro. Im Herbst folgen zwei Vierzylinder-Benziner mit 200 und 280 PS. Der vorerst einzige Benziner, ein 2,9-Liter-V6 mit 510 PS, nimmt als Giulia Quadrifoglio eine Sonderstellung ein. Mit Motorhaube und Dach aus Carbon, Kotflügeln vorn und allen vier Türen aus Aluminium kommt der Renner auf 1580 Kilo und 2,93 PS/kg Leistungsgewicht. Das doppelt aufgeladene Aggregat beschleunigt die Giulia Quadrifoglio in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 und macht das 71  800 Euro teure Spitzenmodell 307 km/h schnell.

Auch die Diesel überzeugen. Besonders die 180-PS-Version schafft einen flinken Antritt, die Lenkung ist die wohl direkteste in dieser Klasse und der Federungskomfort keineswegs minderbemittelt.

Daten und Preise

Alfa Romeo Giulia4-türige, 5-sitzige Sportlimousine, Länge/Breite/ Höhe/Radstand: 4,63 m/1,87 m/1,43 m/2,82 m, Kofferraum: 480 l.
2.2 Diesel: 100 kW/136, max.Drehmoment: 380 Nm, 0-100 km/h in 9,2 Sek., Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h, Normverbrauch: 4,2 l/100 km, 109 g CO2/km; ab 33100 Euro.
2.2 Diesel:110 kW/150 PS,380 Nm, 8,4 Sek., 220 km/h, 4,2 l, 109 g CO2/km; ab 34100 Euro.
2.2 Diesel: 132 kW/180 PS, 450 Nm, 7,2 Sek., 230 km/h, 4,2 l, 109 g CO2/km; ab 37400 Euro.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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