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E-Autos : Deutsche Hersteller hinken hinterher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ob in puncto Reichweite oder Verkaufszahlen – ausländische Autobauer haben bei der Elektromobilität die Nase vorn. Das zeigt eine Analyse des auf Autos spezialisierten Marktforschungsinstituts Jato. Mit 3842 in Deutschland registrierten Elektroautos lag im vergangenen Jahr die Firma Kia an der Spitze, gefolgt von Renault mit 2081 E-Fahrzeugen. Erst an dritter Stelle kommt Volkswagen mit 1703 bundesweit registrierten Stromern.

Auch bei den Reichweiten schneiden ausländische Fabrikate besser ab: Allen voran das Model S des US-amerikanischen Unternehmens Tesla, das maximal 528 Kilometer mit einer Ladung schafft, allerdings auch mindestens 80  000 Euro kostet. Der Nissan Leaf kommt auf 250 Kilometer, der Renault ZOE auf 240 km. Darunter rangieren deutsche Modelle wie die Mercedes B-Klasse (200 km) sowie VW eGolf und BMW i3 (jeweils 190 km).

Ein ähnliches Bild wie bei den Vollzeit-Stromern ergibt sich bei den Hybrid-Fahrzeugen. Spitzenreiter sind hier die Firmen Toyota und Lexus mit 3947 bzw. 1426 Fahrzeugen. Danach erst kommt Mercedes-Benz mit 1351 Automobilen. Im Bereich Plug-in-Hybrid hingegen steht Volkswagen mit 3136 zugelassenen Fahrzeugen an der Spitze, gefolgt von Mitsubishi mit 2138 Plug-in-Hybriden sowie Audi (1919) und BMW (1868).

Die Reichweiten neuerer Elektroautos nehmen zu. Vor vier Jahren lag sie im Durchschnitt noch bei 100 Kilometer, heute liegt der Mittelwert schon bei 240 Kilometer, ermittelte die Managementberatung „Horvath und Partner“. „Die Automobilhersteller sahen die Keimzelle der Elektromobilität lange eher im urbanen Umfeld und gestalteten die Fahrzeuge entsprechend. Dies war eine strategische Fehleinschätzung, nicht nur in Bezug auf Design, Fahrzeuggröße und Fahrspaß, sondern auch in Bezug auf die Reichweite“, stellt Studienautor Oliver Greiner fest. Besserung sei in Sicht: Dank sinkender Batteriepreise und verbesserter Technik soll bis 2020 ein neu zugelassenes reines Elektroauto im Durchschnitt deutlich über 400 Kilometer Reichweite schaffen.

Rund 44  000 Pkw fuhren Ende 2015 in Deutschland bereits elektrisch, 70 Prozent mehr als Vorjahr. Horvath & Partner zählte dazu rein batteriebetriebene Fahrzeuge, Plug-in-Hybride, E-Fahrzeuge mit Range Extender und Brennstoffzellenautos. Unter der Prämisse, dass sich die Wachstumsrate der vergangenen drei Jahre fortsetzt, wird das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen im Einsatz zu haben, mit einem Jahr Verzögerung 2021 erreicht.

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