Der etwas andere Volkswagen

Auch im Ausland oft Flagge gezeigt
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Auch im Ausland oft Flagge gezeigt

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10. Januar 2008, 06:03 Uhr

Rennpappe, Plastikbomber, Geh-Hilfe – kaum ein Auto hat so viele Spitznamen wie der Trabant. Und kaum eines liefert den Stoff für so viele Witze. Doch der Trabi war begehrt, auch wenn er seinen Insassen nicht den Hauch von Luxus bot. Nicht gehen oder Zug fahren zu müssen, war Luxus genug.

Dafür nahm man einiges in Kauf: kalte Füße im Winter, Verrenkungen, um auf Reserve schalten zu können, ein hohes Pannen-Risiko und lange Wartezeiten beim Kauf.

Doch der geübte DDR-Bürger fügte sich nicht in sein Schicksal. Im Kofferraum hatten viele auf Reisen ein halbes Ersatzteillager dabei, um im Falle eines Falles selbst Hand anlegen zu können. Frau oder Freundin mussten dafür auch schon mal die Strumpfhosen opfern, denn die eigneten sich hervorragend als Ersatz für gerissene Keilriemen. Und auch die lange Wartezeit konnte man verkürzen: Mutter, Vater und wenn möglich noch irgendeine Tante ohne Führerschein füllten eine Trabant-Bestellung aus und so stand alle fünf Jahre eine neue Rennpappe vor der Tür. Am Geld scheiterte diese Strategie ohnehin nicht – der Gebrauchte brachte zumeist mehr, als der Neuwagen kostete. Selbst für Autos, die eigentlich nur noch ein großer Haufen Schrott waren, gingen 5000 DDR-Mark über den Tisch. Der neue Trabi-Besitzer freute sich über den Fahrzeugbrief und baute rund um die Fahrgestellnummer ein neues Auto auf.

Ob Auslandsreise, Panne oder Trabant-Auslieferung – auch die Leser unserer Zeitung verbinden mit der Pappe, die es in so exotisch klingenden Farben wie Baligelb oder Champagnerbeige gab, viele Erinnerungen.

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