Der Kunde ist König : Das Recht des Taxi-Kunden

Hier würde wohl jeder gern mitfahren: Taxigäste haben das Recht, ein Fahrzeug ihrer Wahl zu besteigen und müssen nicht das Auto auf Platz eins in der Schlange nehmen – einen Bentley wie hier in Düsseldorf werden sie aber in aller Regel lange suchen.
Hier würde wohl jeder gern mitfahren: Taxigäste haben das Recht, ein Fahrzeug ihrer Wahl zu besteigen und müssen nicht das Auto auf Platz eins in der Schlange nehmen – einen Bentley wie hier in Düsseldorf werden sie aber in aller Regel lange suchen.

Fahrgäste haben grundsätzlich das Recht, sich das Auto auszusuchen. Auch kurze Strecken vom Fahrer müssen bedient werden.

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21. November 2015, 16:00 Uhr

Haben Sie sich schon mal darüber geärgert, dass Sie am Taxistand das erste Auto in der Schlange nehmen müssen – obwohl Sie anstatt im VW Touran oder im Dacia Lodgy lieber in der weiter hinten wartenden Mercedes E-Klasse kutschiert werden würden? Oder darüber, dass der Fahrer sich weigert, eine Kurzstrecke zu fahren? Das muss nicht sein, denn dies sind nur zwei Beispiele für verbreitete Mythen. Hier ein Überblick über Rechte und Pflichten bei Taxifahrten.

Fahrgäste haben am Taxistand grundsätzlich das Recht, ihr Taxi frei zu wählen. Und innerhalb bestimmter Gebiete, den sogenannten „Pflichtfahr-Gebieten“, haben Taxifahrer eine Beförderungspflicht. Das heißt, der Fahrer muss auch Kurzstrecken anstandslos fahren. Die Beförderungspflicht gilt auch für Haustiere – außer der Fahrer sieht seine eigene oder die Sicherheit anderer Menschen bedroht. Ob für das Tier ein Zuschlag fällig wird, regelt die örtliche Taxi-Tarifordnung. Mit Ausnahme von Blindenhunden, die stets mitgenommen werden müssen. Die Beförderung von angetrunkenen oder aggressiven Fahrgästen darf hingegen verwehrt werden.

Kinder bis zwölf Jahre oder 150 Zentimeter Körpergröße müssen im Taxi in geeigneten Kindersitzen angeschnallt sein. Deshalb sind Fahrer dazu verpflichtet, immer zwei Kindersitze mitzuführen.

Für Ärger sorgt auch immer wieder die Frage nach dem kürzesten Weg. Grundsätzlich muss der Fahrer die kürzeste Strecke wählen, es sei denn, er vereinbart mit dem Fahrgast etwas anderes. Auch eine Quittung, auf der mindestens Start- und Zielort, Preis sowie das amtliche Kennzeichen oder die Ordnungsnummer steht, muss auf Wunsch des Kunden ausgestellt werden. Der Fahrer muss außerdem auf 50 Euro herausgeben können. Dabei sollten Taxi-Kunden das Wechselgeld sofort nachzählen, da spätere Reklamationen meist zwecklos sind.

Ob ein Fahrer beim Ein- und Ausladen des Gepäcks oder beim Ein- und Aussteigen eines Fahrgastes Hilfe leisten muss, hängt von der regionalen Taxiordnung ab. Eine verbindliche Regelung gibt es dagegen beim Gewicht: Mindestens 50 Kilo Gepäck muss ein Taxi befördern können. Ausgenommen davon sind gefährliche Stoffe. Auch Gepäckstücke, die zu groß, zu schwer oder zu sperrig sind, können vom Fahrer verweigert werden.

Tolerant müssen Taxifahrer gegenüber Wünschen der Fahrgäste sein. So muss das Fenster geöffnet oder die Lautstärke des Radios reguliert werden, falls dies gewünscht ist. Generell muss der Fahrgast auch keine weiteren Passagiere dulden. Auch eigene Besorgungen darf der Fahrer nur mit der Zustimmung seines Fahrgastes machen. Verboten ist es generell, in Taxis zu rauchen.

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