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Kraftstoff : Bundesregierung schreibt das Gas-Auto ab

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bedeutet die Streichung der Steuerprivilegien für Autogas (LPG) das Ende für Autos mit dem alternativen Kraftstoff?

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Das Gasauto steckt in Deutschland in der Krise. Nun könnte die geplante Streichung der Steuerprivilegien für Autogas (LPG) für einen weiteren Nachfrage-Einbruch sorgen. Profitieren könnte hingegen der Konkurrent Erdgas. Geht es nach der Bundesregierung, soll 2019 Schluss sein mit dem Steuervorteil bei Autogas. Anstatt die Privilegien wie ursprünglich geplant bis 2022 stufenweise auslaufen zu lassen, wird der alternative Kraftstoff dann auf einen Schlag um 14,7 Cent teurer. Der Liter kostet dann statt rund 60 Cent knapp 75 Cent – eine Steigerung um fast 17 Prozent.

Die Autogasbranche befürchtet als Folge einen Markteinbruch. Schon heute haben es Autogasmodelle vor dem Hintergrund niedriger Benzin- und Dieselpreise teilweise schwer, sich als günstige Alternative zu behaupten. Im aktuellen Betriebskostenvergleich des ADAC liegen Neuwagen mit LPG-Motor bei den Kilometerkosten häufig nur um ein bis zwei Cent vor ihren Diesel-Konkurrenten. Durch die Steuererhöhung würde auch dieser kleine Kostenvorteil schwinden.

Schon seit Jahren sinkt die Nachfrage nach Autogas-Fahrzeugen. Nachdem die Flotte parallel zum Anstieg der Benzinkosten ab der Jahrtausendwende zunächst sprunghaft auf rund 475  000 Fahrzeuge gewachsen ist, dümpeln die Zulassungen seit einigen Jahren vor sich hin. Im vergangenen Jahr brachen die Käufer komplett weg: Das Kraftfahrt-Bundesamt registrierte bei LPG-Neuwagen ein Minus von 39 Prozent auf 3240 Einheiten.

Passiert die geplante Steuererhöhung auch Bundestag und Bundesrat, könnte es für den Autogas-Pkw weiter abwärts gehen. Die Branchenverbände kämpfen dagegen an, argumentieren etwa mit dem geringeren CO2- und Schadstoffausstoß. Kritiker betonen jedoch die sehr umweltschädliche Produktion des Gases. Eindeutig positiv fällt die Umweltbilanz für LPG zumindest nicht aus – wohl ein Grund für die Regierung, die Förderung künftig einzustellen.

Für Erdgas will die Bundesregierung die Steuerermäßigung zunächst bis 2024 verlängern und dann bis 2026 abbauen. Das sogenannte CNG hat nicht nur gegenüber Diesel und Benzin deutliche Vorteile in der Schadstoffbilanz, sondern auch gegenüber Autogas. Auch bei den Kraftstoffkosten schneiden Erdgasautos gut ab. Ob das reicht, ist zweifelhaft. Denn durchsetzen konnte sich Erdgas als Kraftstoff in Deutschland bislang nicht. Rund 100  000 Fahrzeuge gibt es, deutlich weniger als bei Autogasmodellen. Das liegt neben den hohen Anschaffungskosten und der fehlenden Nachrüstmöglichkeit auch am dünnen Tankstellennetz.

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