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Auto & Verkehr

14. Dezember 2017 | 03:45 Uhr

Auto im Test : Bulli Nummer sechs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Volkswagen setzt bei der Neuauflage des VW-Busses auf bewährte Tugenden / Sondermodell Generation Six mit Zweifarblackierung

von
erstellt am 11.Jul.2015 | 16:00 Uhr

Ein Thema beherrscht die Diskussionen an Surfstränden, auf Campingplätzen und an Handwerker-Stammtischen: Welcher ist denn nun besser, der VW Bulli oder die Mercedes V-Klasse? Letztes Jahr brachten die Stuttgarter eine komplett neue V-Klasse an den Start, in der die Insassen Komfort auf Pkw-Niveau genießen. Der erstarkten Konkurrenz setzt VW nun eine neue Version seines VW-Busses entgegen.

Facelift? Diesen Begriff hören die Marketingleute der VW-Abteilung Nutzfahrzeuge gar nicht gerne, wenn es um den T6 geht. Doch objektiv betrachtet ist der T6 die zweite Überarbeitung des Modells T5, das seit 2003 im Werk Hannover vom Band läuft. Aber warum auch nicht? Schließlich ist der VW-Bus seit dem ersten Modell von 1950 eine unumstößliche Größe im Transporter-Bereich. Zwölf Millionen Fahrzeuge wurden in den 65 Jahren gebaut, zwei Millionen T5.

Bei den Retuschen am T6-Blechkleid haben sich die Wolfsburger Designer zurückgehalten. Das Exterieur kommt frischer und knackiger daher und wurde der aktuellen VW-Optik angepasst. Die Außenmaße entsprechen exakt dem Vorgänger: Höhe 1,97 m, Länge 4,89 m, mit langem Radstand 5,29 m. Mercedes-Fahrer fühlen sich mit ihrer V-Klasse dank einer Fahrzeughöhe von 1,88 m gerade in älteren Parkhäusern auf der sicheren Seite.

Doch für VWN-Entwicklungsvorstand Joachim Rothenpieler sind die Mercedes-Maße keine Überlegung wert. Die V-Klasse sei zwar sehr edel und variabel, doch die jüngsten Zulassungszahlen sprächen für das VW-Modell.

Nach einer ausgiebigen Probefahrt ist klar: Beim T6 liegt der Fortschritt vor allem unter der Haube. Vor allem die Dieselversionen mit 102 PS und 150 PS mit Fünf- bzw. Sechsgang-Getriebe oder der Siebengang-Automatik sind eine gute Entscheidung. Mit der 204 PS starken Diesel-Topversion knackt der T6 zwar erstmals die 200-km/h-Marke, doch so viel Tempo entspricht nicht dem typischen Bulli-Fahrgefühl.

Deutlich moderner und Pkw-ähnlicher ist das Armaturenbrett des T6 ausgefallen. Bulli-Käufer können nun die gleiche Infotainment-Ausstattung bestellen wie VW-Pkw-Käufer. Auch beim Thema Assistenzsysteme ist der T6 auf der Höhe der Zeit. Die automatische Distanzregelung (ACC) drosselt den Tempomaten, wenn der Verkehr dichter wird, und in Kombination mit „Front Assist“ bremst der T6 unterhalb von 30 km/h von allein, wenn der Fahrer ein Hindernis übersieht.

Die Sitze wurden den höheren Fahrleistungen angepasst und bieten nun mehr Seitenhalt. Die hinteren Passagiere werden sich über die verbesserte Hinterachse freuen. Das Gestühl auszubauen, ist jedoch genauso schwer wie beim Vorgänger. Stahl dominiert auch den T6 – von Leichtbauweise keine Spur. Eine Änderung ist frühestens 2020 zu erwarten – dann geht der T7 an den Start. Der ist dann sicher mehr als ein Facelift des T6.

Daten & Preise
Volkswagen T6 MultivanPersonen-Transporter: Länge/Breite/Höhe/Radstand: 5,00 m/2,29m/1,97m/3,00m; Leergewicht: 1946 Kilogramm, Zuladung: 1054 Kilogramm.
2.0 Liter-TDI: 75 kW/102 PS, max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500/min bis 2500/min, 0-100 km/h: 15,3 Sek., öchstgeschwindigkeit: 157 km/h, Normverbrauch: 6,7 l Diesel auf 100 km, 176  g CO2/km; ab 32065 Euro.
 

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