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Selbstfahrendes Auto : Automatisiertes Autofahren gehört in 15 Jahren zum Alltag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Innere des Forschungsfahrzeugs wird als „digitaler Erlebnisraum“ gestaltet.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat in die Kristallkugel der Auto-Branche geschaut. Und was hat er gesehen? Der Mercedes der Zukunft wird über vier variable und 360 Grad drehbare Lounge-Sitze verfügen. Das neu entwickelte Forschungsfahrzeug soll auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar 2015 in Las Vegas vorgestellt werden.

Für Daimler ist die nächste Auto-Generation nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein privater Rückzugsraum. Daher wird das Innere des Forschungsfahrzeugs als „digitaler Erlebnisraum“ gestaltet. Gesten oder Berührungen auf Displays übernehmen die Kommunikation mit dem Fahrzeug. Sensoren registrieren Bewegungen von Augen, Hand und Fingern. „Die Wünsche der Mitfahrer sollen gleich erkannt werden“, sagte ein Unternehmenssprecher. Das autonom fahrende Auto wird dennoch über ein Lenkrad verfügen. Der Fahrer kann die Kontrolle des Wagens jederzeit übernehmen, wenn er es will. Laut Dieter Zetsche sollen keine 15 Jahre mehr vergehen, bis das automatisierte Autofahren zum Alltag im Straßenverkehr gehört.

Allerdings sind noch zahlreiche Hürden zu bewältigen, nicht nur die allenthalben diskutierten rechtlichen Aspekte. Mediziner warnen beispielsweise vor Schwindel, Übelkeit und Erbrechen bei empfindlichen Autoinsassen, wenn sie die Straße nicht im Blick haben. Es können Probleme entstehen, wenn Fahrzeuge unterschiedlicher Automatisierungsstufen in komplizierte Verkehrssituationen geraten. Ein mögliches Problem ist auch eine Überforderung des sich an die Technik gewöhnenden Fahrers.

Kritisch steht etwa Verkehrspsychologe Tobias Ruttke von der Uni Jena den neuen Techniken gegenüber: „Wenn der Fahrer einmal selber eingreifen muss, wird er gleich mit einer komplexen Aufgabe konfrontiert“, sagt Ruttke. Das sei vor allem dann gefährlich, wenn das System zuvor eine lange Zeit funktioniert habe. Der Fahrer komme sozusagen „aus der Übung“. Zudem sehen die Psychologen potenziell Schwierigkeiten beim Wechsel auf ein Fahrzeug einer anderen „Automatisierungs“-Stufe.

Reibungslos wird der Übergang vom „Fahren“ zum „gefahren werden“ also nicht vonstatten gehen. Auch die potenzielle Kundschaft ist noch skeptisch. Das zeigt die Umfrage „Trend-Tacho“ der Überwachungsorganisation KÜS und der Fachzeitschrift kfz-betrieb. Selbstfahrende Autos kommen für die große Mehrheit aktuell noch nicht infrage. Nur ein Viertel der Autofahrer will zumindest auf Teilstrecken wie Autobahnen und Landstraßen das Steuer aus der Hand geben. Ein Auto, das automatisiert auf allen Straßen und auch in der Stadt fährt, würden sich nur 22 Prozent der Befragten zulegen.

Sehr beliebt sind indes elektronische Helfer, die den Fahrer unterstützen. Notbrems- und Nachtsicht-Assistenten werden von jeweils etwa zwei Drittel der Autofahrer befürwortet. Auf ein Navigationssystem wollen 63 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht verzichten, 54 Prozent halten Spurhalteassistenten für sinnvoll und knapp die Hälfte schätzen Einschlaf-Warnsysteme und das adaptive Kurvenlicht.

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