Was ist dran? : Auto-Mythen: Wenn die Strumpfhose als Keilriemen dient

Auto-Mythen halten sich so hartnäckig wie Teerflecken auf der Karosserie. Die meisten lassen sich aber einfach widerlegen.

svz.de von
03. Oktober 2017, 04:31 Uhr

Rund ums Auto kursieren viele Geschichten und Gerüchte, die nicht stimmen. Oder: Die nicht mehr stimmen, weil sich die Fahrzeugtechnik rasant weiterentwickelt hat. Vor allem bei der Müdigkeit halten sich hartnäckige Gerüchte. Etwa, dass Kaffee und Energiedrinks Autofahrer konstant wach halten. Doch das ist schlicht falsch, denn Koffein erhöht die Aufmerksamkeit nur für einen kurzen Zeitraum, genauer gesagt eine halbe Stunde nach dem Einnehmen für etwa zwei Stunden, warnt der ADAC.
 

Auto-Mythen im Check:

  • Damenstrumpfhose: Statt eines Keilriemens kann man eine Damenstrumpfhose verwenden. Hierbei handelt es sich ganz klar um einen Trugschluss. Diese Technik funktionierte vielleicht bei einem VW Käfer, nicht jedoch bei modernen Fahrzeugen mit vielen Zusatzaggregaten und einem weitverzweigten Keilriemen.
     
  • Guckloch: Im Winter reicht ein kleines Guckloch völlig aus. Das ist falsch und noch dazu gefährlich. Alle Scheiben müssen frei sein, damit der Fahrer uneingeschränkte Sicht hat. Mehr noch: Es muss sogar das ganze Auto frei von Schnee sein, also auch das Dach, die Kennzeichen, die Scheinwerfer und alle Leuchten.

    Maßarbeit: Kunstvoll freigelegtes Guckloch - das reicht aber nicht fürs sichere Fahren im Winter und ist auch nicht erlaubt. /dpa-tmn
    Bodo Marks
    Maßarbeit: Kunstvoll freigelegtes Guckloch - das reicht aber nicht fürs sichere Fahren im Winter und ist auch nicht erlaubt. /dpa-tmn

     
  • Warmfahren: Ein Motor muss in etwa zehn Kilometer warm gefahren werden. Pauschal kann diese Aussage nicht als wahr oder falsch bezeichnet werden. Es kommt nämlich immer auf die Größe des Motors und die Verbrennungsart an. Großvolumige Diesel brauchen zum Beispiel mehr Zeit als kleine Benziner. Entscheidend ist nicht die Wassertemperatur, sondern die Temperatur des Öls.
     
  • Kaugummi als Kitt: Einen Kühlwasserschlauch kann man mit Kaugummi reparieren. Das ist falsch. Dieser „Haushaltstrick“ funktioniert nicht, weil der Druck im Kühlkreislauf zu hoch ist. Das Kaugummi würde viel zu schnell wieder abfallen.
     
  • Termin überziehen: Die Hauptuntersuchung (HU) darf man ruhig zwei Monate überziehen?  Auch das ist falsch. Den Termin der Hauptuntersuchung darf man nicht überziehen. Sonst wird schnell ein Verwarngeld fällig, bei längeren Überschreiten kommt sogar ein Punkt hinzu.

    Überzogen: Hier wäre die HU im April 2017 fällig gewesen. Mit einem Bußgeld muss bereits rechnen, wer den Termin ab zwei Monaten überzieht. /dpa-tmn
    Alexander Heinl
    Überzogen: Hier wäre die HU im April 2017 fällig gewesen. Mit einem Bußgeld muss bereits rechnen, wer den Termin ab zwei Monaten überzieht. /dpa-tmn

     
  • Auffahrunfall: Der Fahrer, derhinten auffährt, hat immer Schuld. Das stimmt nicht. Auch den Vorausfahrenden kann eine Teilschuld treffen, wenn er sich falsch verhalten hat.
     
  • Bergab Sprit sparen: Man spart Sprit, indem man bei Bergabfahrten den Motor ausschaltet. Das ist zwar korrekt, aber auch sehr gefährlich, denn einige Zusatzaggregate wie der Bremskraftverstärker oder die Servolenkung funktionieren ohne laufenden Motor nicht.
     
  • Autos mit Automatik: Automatikautos verbrauchen automatisch mehr Sprit. Pauschal betrachtet, stimmt das nicht. Zwar wiegen Automatikgetriebe meist mehr als manuelle Getriebe, der dadurch bedingte Mehrverbrauch wird aber durch mehr Gänge und eine niedrige Übersetzung kompensiert. Doppelkupplungsgetriebe, die sich wie Automatikgetriebe fahren lassen, verbrauchen in der Regel weniger als manuelle Getriebe.


    (mit dpa)
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