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Umwelt : Abgas-„Blitzer“ erkennen Emissionen von Kraftfahrzeugen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blitzer zur Geschwindigkeitskontrolle kennen alle Autofahrer. Bald aber könnte eine weitere Art von Kontrolle in Deutschland Einzug halten: „Remote Sensing Devices“ (RSD) messen nicht die Geschwindigkeit, sondern die Emissionen von Fahrzeugen. In den USA sind diese Geräte schon einige Jahre im Einsatz. Sie messen die Abgaswerte im alltäglichen Straßenverkehr – meist vom Fahrer unbemerkt.

Die Geräte nutzen dazu ultraviolettes und Infrarot-Licht. Dazu wird an beiden Seiten einer Straße ein RDS aufgestellt. Sobald ein Fahrzeug – sei es Auto, Bus oder theoretisch auch ein Zug – eine Sensorschranke überfährt, schießt das Gerät einen Infrarotstrahl durch die Abgaswolke hinter dem Fahrzeug hindurch. Auf der anderen Straßenseite trifft er auf einen Spiegel und wird zurückgeworfen. Anhand der gewonnenen Daten zur Brechung des Lichts kann im Anschluss die Zusammensetzung des Luftgemischs ermittelt werden. Unter anderem kann auf diese Weise der Anteil an Kohlenmonoxid, Kohlendioxid sowie weiteren Kohlenwasserstoffen und auch von Stickoxiden ermittelt werden.

Einen Haken hat die Technik jedoch: Die Geräte funktionieren nur bei Tageslicht und nur bei Trockenheit, da die Werte sonst verfälscht werden.

Mit den Geräten, so das amerikanische Unternehmen „Opus Inspection Inc“, das sich auf die Überprüfung von Kfz-Motoren spezialisiert hat, sei auch eine systematische Erfassung und ein Abgleich der Messungen mit den Normwerten möglich. Dazu fotografiert das RSD das Nummernschild des Fahrzeugs. Mittels der Daten der Zulasungsbehörden lassen sich Fahrzeug-Hersteller, Modell, Motorversion und Baujahr ermitteln, Soll- und Ist-Werte können dann verglichen werden. Abweichende Abgaswerte, die durch Manipulation wie bei Volkswagen oder mögliche andere Gründe auftreten, können so schnell, umfassend und effizient ermittelt werden.

Opus Inspection möchte die RSD-Technik nun auch in Deutschland vermarkten. Die felderprobten mobilen RSD-Geräte seien verfügbar, vergleichsweise kostengünstig und stellten eine sinnvolle Ergänzung zu den vorhandenen Prüfverfahren dar. Denn dadurch sei „eine flächendeckende Überprüfung und Analyse des Abgasverhaltens aller Fahrzeug-Baureihen im Straßenverkehr“ möglich.

Datenschutzrechtliche Bedenken werden das US-Unternehmen vermutlich kaum interessieren – in Europa dürften solche Pläne allerdings die Datenschützer alarmieren.

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