Vor Abstimmung am Freitag : Umfrage: Jeder Vierte will sich einen E-Scooter anschaffen

Bislang nicht noch nicht viele E-Scooter-Marken für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Das könnte sich bald ändern.
Bislang nicht noch nicht viele E-Scooter-Marken für den deutschen Straßenverkehr zugelassen. Das könnte sich bald ändern.

Obwohl die meisten Deutschen die elektrischen Steh-Roller für unsicher halten, planen manche schon den Kauf.

svz.de von
13. Mai 2019, 19:23 Uhr

Berlin | Die meisten Deutschen halten elektrische Tretroller einer Umfrage zufolge für unsicher oder gefährlich – dennoch plant rund jeder Vierte, sich einen E-Scooter anzuschaffen, wie das Vergleichsportal Verivox am Montag mitteilte. Eine andere Umfrage des Instituts YouGov für die Finanzberatung Swiss Life Select ergab zudem, dass 67 Prozent eine Altersfreigabe der E-Scooter ab zwölf Jahren ablehnen.

Jeder Zweite hält die E-Roller der Verivox-Umfrage zufolge für unsicher, weil sie keinen ausreichenden Schutz bei einem Unfall bieten. Fast jeder Vierte (22,6 Prozent) hält sie zudem für eine Gefahr für den Straßenverkehr. E-Roller auf Gehwegen zuzulassen, sieht ein Drittel (31,9 Prozent) der Befragten skeptisch. 28,6 Prozent lehnen das komplett ab.

Bundesrat stimmt am Freitag ab

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte vergangene Woche erklärt, er wolle die zunächst geplante Erlaubnis für die Tretroller auf Gehsteigen streichen. Der Bundesrat stimmt voraussichtlich am Freitag über die sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung ab.

Mehr als 24 Prozent der für Verivox Befragten planen dennoch "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich", in den kommenden zwei Jahren einen E-Scooter zu kaufen. Rund 31 Prozent sagten, sie planten dies "vielleicht". Vorteile sehen die Befürworter der E-Roller vor allem bei der Parkplatzsuche und bei den gesparten Benzinkosten. Für die Analyse befragte das Meinungsforschungsinstitut Innofact im April online 1082 Menschen zwischen 16 und 69 Jahren.

Der Umfrage für Swiss Life Select zufolge kann sich knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) vorstellen, mit den Fahrzeugen vor allem kleinere Einkäufe zu erledigen. Auch die Fahrten zur Arbeit, in die Schule oder in die Uni wurden genannt (36 Prozent) sowie kleinere Ausflüge in der näheren Umgebung (35 Prozent).

Mehrheit gegen Altersfreigabe ab zwölf Jahren

Außerdem gaben in der Umfrage neun Prozent der Befragten an, sie würden vom Auto auf einen E-Scooter umsteigen. Vier Prozent sagten das über das Motorrad und zehn Prozent über die öffentlichen Verkehrsmittel. Mehr als ein Drittel der Deutschen betrachtet die Tretroller als ergänzendes Fahrzeug.

Die E-Scooter sollen bereits ab zwölf Jahren freigegeben werden. Allerdings lehnten in der Studie 67 Prozent der Befragten diese Altersfreigabe ab. YouGov befragte für Swiss Life Select im Mai 2061 Erwachsene.

Autohersteller im Stehroller-Geschäft

Die deutschen Autobauer BMW und Volkswagen haben schon eigene Elektro-Stehroller vorgestellt. VW baut mit einem chinesischen Start-Up zusammen den "Streetmate" (bis zu 45 km/h schnell) und hat überdies den "Cityskater" (20 km/h) im Programm. BMW hat den E-Tretroller "X2City Scooter" entwickelt, der rund 2400 Euro kostet und bis zu 20 km/h schnell fährt.

Rund 2000 Euro kostet der "Metz Mover". Günstigere Modelle, etwa von den Herstellern Segway, Egret Scooter, Evectro, Micro Scooter oder IO Hawk warten noch auf eine Zulassung.

Zudem gibt es mit "Voi", "Lime", "Bird" und "Grover" einige im Ausland etablierten Verleihdienste für E-Scooter, die sich demnächst auch in deutschen Städten breit machen dürften.

Weiterlesen: Doch keine E-Tretroller auf Gehwegen: Scheuer verärgert nun Radfahrer

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen