Tipps fürs Halter : Nach dem milden Winter: So wird das Auto fit für den Frühling

Frühjahrsputz steht auch für das Auto an.
Frühjahrsputz steht auch für das Auto an.

Auch wenn der Winter bislang mild war, hat er Spuren am Auto hinterlassen. So werden Halter sie wieder los.

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20. Februar 2020, 17:12 Uhr

Bonn/Bad Windsheim | Angegriffener Lack, zerfaserte Scheibenwischer, verstopfte Ablaufrinnen: Der Winter kann dem Auto zu schaffen machen. Zeit also für einen umfangreichen Frühjahrsputz.

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Waschstraße und Hochdruckreiniger

Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sagt: "Nach einem Winter mit Salz und Matsch sollte das Fahrzeug komplett gereinigt werden. Dazu zählt auch eine Unterbodenwäsche." Wichtig ist eine manuelle Handwäsche. Die können Halter auch mit Hochdruckreiniger vornehmen. So kommt der grobe Schmutz vom Lack herunter. Andernfalls könnten hinterher die Waschbürsten den Dreck verteilen und für Kratzer sorgen.

Foto: dpa/Silvia Marks
dpa/Silvia Marks
Foto: dpa/Silvia Marks


Wenn das Fahrzeug sauber ist, sollten Halter die Motorhaube auf Lackabplatzer und die Windschutzscheibe auf Steinschläge und Risse prüfen. Bei Defekten an der Scheibe sollten Autofahrer in eine Fachwerkstatt fahren, rät Köster. Er ergänzt: "Kleine Lackschäden können sie meist mit einem Lackstift selbst ausbessern." Wer sich diese Arbeit nicht zutraue, könne sich von einem Smart-Repair-Anbieter helfen lassen. Bei Flecken und Unebenheiten wird das Blech poliert und anschließend gewachst oder versiegelt.

Ablaufrinne und Radkästen nicht vergessen

Zu einer intensiven Fahrzeugwäsche zählt ebenso das Entfernen von Schmutz und Blättern aus der Ablaufrinne. Hans Gerd Brauneiser von der Kölner Werkstatt Rheinlandgarage sagt: "Im Winter setzen sich die Rinnen zwischen Motorhaube und Windschutzscheibe meist zu, verstopfen damit den Ablauf. Unter Umständen kann dann das Wasser über andere Wege in den Fußraum sickern."

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Auch Kanten in den Radkästen sollten Autofahrer beim Frühjahrsputz kontrollieren. Denn dort sammelt sich über den Winter Schmutz und Schlamm, der mit der Zeit Rostbildung in den Ecken fördert. Brauneiser sagt: "Wer mit einer alten Spülbürste die Kanten sauber macht, hat für die nächsten Monate Ruhe."

Thomas Schreiner vom Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) rät außerdem, die Scheinwerfer auf Kratzer und Risse und den Auspuff auf Rostspuren zu untersuchen: "Nach dem Winter vertragen alle Scharniere wie die der Türen Fett oder Kriech-Öl", sagt er. Sind Wischerblätter rissig oder Gummilippen ausgefranst, sollte man sie wechseln.

Innen geht es weiter

Ist außen alles wieder in Schuss, geht der Blick nach innen. Eiskratzer, Decken, Klappspaten oder Schneeketten wandern aus dem Kofferraum in den Keller oder in die Garage.

Damit ist es aber nicht getan. Köster empfiehlt: "Am besten entfernen Autofahrer alle Matten und schauen, ob sich darunter Nässe staut." Feuchtigkeit verschwindet am einfachsten, wenn das Fahrzeug an einem warmen Tag mit leicht geöffneten Fensterscheiben durchlüftet. Oder man steckt für einige Tage Zeitungspapier unter die Fußmatten – dieses sollte aber täglich ausgetauscht werden.

Foto: dpa/Christin Klose
dpa/Christin Klose
Foto: dpa/Christin Klose


Die Scheiben sollten Halter auch von innen gründlich putzen, rät Schreiner.: "Im Winter kann sich ein Schmierfilm auf die Innenscheibe legen, der die Sicht trübt." Mit Glasreiniger werde sie schnell wieder sauber. Für gute Luft sorgt ein neuer Innenraumfilter. Der lässt sich bei vielen Autos in Eigenregie tauschen.

Falls die Klimaanlage leicht faulig rieche, könne eine Desinfektion der Anlage sinnvoll sein, sagte Schreiner: "Das bieten die meisten Werkstätten an und kostet nicht die Welt." Um Polster oder Leder vor dem UV-Licht der kommenden Monate schützen möchte, greift zu speziellen Reinigungsmitteln, rät Brauneiser.

Neues Scheibenwischerwasser und neue Räder

Sind absehbar keine frostigen Tage mehr zu erwarten, kann in das Scheibenwischwasser wieder der Sommerzusatz eingefüllt werden, die vor allem Insektenreste zuverlässiger beseitigen sollen. Extra das Wintermittel leerspritzen, müssen Autofahrer aber nicht. Wenn es sich etwas vermischt, ist das kein Problem.

Beim Räderwechsel besagt eine Faustregel: Ist es auch nachts dauerhaft über sieben Grad warm, können die Sommerräder montiert werden. Bei niedrigeren Temperaturen dagegen zeigen viele Winterreifen im Vergleich noch die besseren Eigenschaften.

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