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Winterreifen im Test : 16,4 Meter Unterschied beim Bremsweg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erschreckende Ergebnisse beim Vergleich von Billigpneus gegenüber Premiumprodukten

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2015 | 16:00 Uhr

„O bis O“ lautet die Faustregel für die Zeit, in der Winterreifen aufgezogen sein sollten. Wer beim bald fälligen Wechsel einen neuen Satz benötigt, sollte auf die Ergebnisse der Test von Prüforganisationen und Fachzeitschriften schauen. Dazu geben wir hier einen Überblick (empfehlenswerte Reifen gefettet). Ein Fazit vorweg: Billigreifen zeigten wieder einmal extrem schlechte Leistungen und können im Ernstfall lebensgefährlich sein.

Die Stiftung Warentest hat Reifen der Größe 165/70 R14 T für Kleinwagen sowie breitere Modelle der Größe 205/55 R16 H für Kompakt- und Mittelklasseautos unter die Lupe genommen. Dabei erreichten von den 35 getesteten Winterreifen nur fünf das Qualitätsurteil „gut“. Die meisten Produkten zeigten auf Schnee gute Leistungen, verhielten sich bei Nässe aber eher mäßig oder schlecht. Bei den Kleinwagenreifen haben der Goodyear Ultragrip 9 (Stückpreis 64 Euro), der Michelin Alpin A4 (67,50 Euro) und der Dunlop SP Winter Response 2 (65 Euro) mit der Note „gut“ abgeschnitten. Drei Mal gab es ein „mangelhaft“ für den Aeolus Snowrace AW02 (47,50 Euro), den Linglon Green-Max Winter HP (43,50 Euro) und den Mentor M200 (44,00 Euro). Beim Bremstest lag zwischen dem Testsieger von Conti und dem Schlusslicht von Mentor ein 13 Meter längerer Weg bis zum Stillstand – übertragen auf den Ernstfall bedeutet das: Wenn das eine Auto nach der Vollbremsung aus Tempo 80 schon steht, rauscht der Wagen mit dem Billigpneu dem Vordermann mit etwa 40 km/h ins Heck.

Bei den 205er-Reifen wurden der Continental ContiWinterContact TS 850 für 102,00 Euro und der Yokohama W.drive V905 für 88,50 Euro mit „gut“ bewertet, nur der Avon Ice Touring St (69,50 Euro) war „mangelhaft“. Die übrigen 16 Pneus dieser Kategorie erhielten ein „befriedigend“.

Die Zeitschrift „Autobild“ hat Winterreifen (185/60 R 15 T) von 49 Anbietern untersucht. Kriterien waren die Qualität bei Regen, Schnee, Eis und auf trockener Straße sowie Rollwiderstand, Abrollgeräusch und Langlebigkeit. Schon nach dem Bremsen auf nasser Fahrbahn flogen 23 Reifen von Billiganbietern wegen zu langer Bremswege aus dem Test. Aus 80 km/h kam der mit den Reifen Minerva Ice-Plus S110 bestückte Testwagen erst nach 53,2 Metern zum Stehen. 16,4 Meter früher (bei 36,8) steht der beste „Bremser“ Dunlop WinterResponse2. Besondere Stärken zeigten auch die „empfehlenswerten“ Michelin Alpin A4 (Schnee) und Goodyear Ultra Grip 2 (Nässe). In der Summe aller Eigenschaften siegte jedoch auch hier der Continental WinterContact TS850 vor dem Pirelli Winter Snowcontrol Serie 3, dem Hankook Winter i*cept RS2 und dem Barum Polaris 3 heraus. Der Barum (Tochtermarke von Continental) schaffte es als einziger der günstigeren Reifen ins Spitzenfeld.

Der Auto Club Europa (ACE) und die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) testeten acht aktuelle Produkte der Hersteller Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin, Nokian, Pirelli, Semperit und Vredestein in der Dimension 225/50 R 17 für die sportliche Mittelklasse wie beispielsweise den 3er BMW. Ein Satz kostet hier zwischen rund 540 Euro (Nokian WR D4) und 700 Euro (Michelin Alpin 5). Als „sehr empfehlenswert“ mit der Gesamtpunktzahl 205 siegte der Continental WinterContact TS 850 (688 Euro) knapp vor dem Goodyear UltraGrip Performance Gen-1 mit 203 Punkten (676 Euro). Die Beurteilung „empfehlenswert“ bekamen fünf Modelle: Dunlop Winter Sport 5, Michelin Alpin 5, Nokian WR D4, Pirelli Sottozero3 und Semperit Speed-Grip 2. Lediglich beim Vredestein Winter Xtreme S reichte es nur für ein „bedingt empfehlenswert“.

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