Kommentar : Auslaufmodell

Kommentar von Michael H. Max Ragwitz zu “Genussvolle Gala am Meer“

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09. Mai 2017, 11:00 Uhr

Dass die Akteure des Großen Gourmet Preis die Granden ihrer Zunft im Land sind, ist unbestritten. Sie tischten auch diesmal exzellente Gänge auf, die von großer geschmacklicher Vielfalt geprägt waren. Das täuscht aber nicht nur aus meiner Sicht darüber hinweg, dass das Konzept der Veranstaltung ein Auslaufmodell ist, das keine neuen Akzente mehr setzt und sich längst auf allgemeinste Gefälligkeits-PR für die teilnehmenden Köche und Restaurants eingependelt hat. Hier müssen neue Ideen her und neue Wege beschritten werden, um eine wirklich runde Sache zu bieten. Dazu gehören für mich eine geschmacklich stärker aufeinander abgestimmte Menüfolge und die raffinierte Inszenierung regionaler Produkte. Warum bindet man nicht auch einmal junge Köche mit avantgardistischen geschmacklichen Ideen und die Köche in der sogenannten „zweiten“ Reihe des Landes ein, die MV in beachtlicher Qualität zu bieten hat? Ganz zu schweigen von der merkwürdigen Preisverleihung, die angesichts der bewertungstechnischen Realität durch die Restaurantführer zu einer Persiflage der kochenden Zunft im Land wird. Die überdimensionalen, noch nicht einmal attraktiv aufgemachten Urkunden sind in diesem Zusammenhang mehr Makulatur, denn Ehrung. Mein Rat: Köche des Landes vereinigt euch, macht euer Ding nach eigenem Geschmack. Es muss übrigens auch nicht immer alles Gourmet heißen. Auf den Genuss kommt es an. In jeder Beziehung.

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