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In zwei Tagen ist Einschulung : Aufgeweckt zum Unterricht

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Mit dem Schulanfang beginnt der Ernst des Lebens, heißt es. Nicht zu Unrecht. Morgens früh aufstehen, in der Schule zuhören - und das mehrere Stunden lang, dazwischen nur kurze Pausen, nachmittags Hausaufgaben machen.

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erstellt am 02.Aug.2012 | 10:20 Uhr

Mit dem Schulanfang beginnt der Ernst des Lebens, heißt es volkstümlich. Nicht zu Unrecht. Morgens pünktlich aufstehen, in der Schule 45 Minuten lang zuhören - und das mehrere Stunden lang, dazwischen nur kurze Pausen zum Spielen, nachmittags Hausaufgaben machen. "Mit Beginn des Schulalltages ist das Kind verpflichtend in eine feste Tagesstruktur eingebunden", sagt Joachim Kahlert, Professor für Grundschulpädagogik an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Um so wichtiger ist es, den Tagesablauf so gut wie möglich zu regeln. Das vermeidet Hektik und hilft Kindern wie Eltern, sich an die neuen Tagesabläufe zu gewöhnen, sagen Fachleute.

Der Start in den Tag

Im Kindergarten kam es morgens nicht auf die Minute an. Die Schule dagegen beginnt pünktlich. Für zahlreiche Kinder bedeutet das auch: Der Wecker klingelt früher als gewohnt. Um dann nicht über Anziehsachen diskutieren oder den Lieblingspullover suchen zu müssen, empfehlen Fachleute, alles am Abend gemeinsam zurechtzulegen. Praktisch sei, wenn die Sachen nicht zu viele Knöpfe oder Schnallen haben. Auch das frisst Zeit - und erschwert möglicherweise auch das Umziehen beim Sportunterricht. Unter Umständen kann es auch hilfreich sein, wenn Kinder sich erst nach dem Frühstück anziehen. Das erspart lästiges Umziehen, falls beim Frühstück doch einmal etwas danebengeht.

Fachleute empfehlen Eltern, früher aufzustehen als die Kinder und sich in Ruhe selbst zurechtzumachen, denn erfahrungsgemäß beanspruchen die Kinder nach dem Aufstehen die volle Aufmerksamkeit. Auch wenn es gerade in den ersten Schultagen schwer fallen mag: Kinder besser nicht auf den letzten Drücker wecken. Denn sie brauchen Zeit, um zu sich zu kommen, vielleicht noch einen Moment mit den Eltern zu kuscheln und sich an die neuen Abläufe zu gewöhnen. Zu diesen Abläufen gehört neben Waschen, Zähneputzen und Anziehen auch, in Ruhe zu frühstücken. Hilfreich kann es sein, wenn man in den ersten Tagen einen besonderen Blick darauf hat, wie lange all diese Dinge dauern. So lässt sich der morgendliche Zeitplan gegebenenfalls einfacher ausdehnen oder eingrenzen.

Eines gilt es morgens zu vermeiden: regelmäßig zur Eile mahnen. Damit tritt oft nur das Gegenteil ein und der Stressfaktor steigt.

Das Heimkommen von der Schule

Gerade in den ersten Tagen kommen die Kinder mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Deshalb sollten sie genügend Gelegenheit bekommen, diese zu erzählen. Wie der Nachmittag gestaltet wird, hängt nicht zuletzt auch vom Typ des Kindes ab. Manche werden von der Schule so kaputt sein, dass sie sich erst einmal ausruhen oder spielen wollen. Andere möchten ihre Hausaufgaben - sofern sie nicht im Hort gemacht wurden - lieber gleich erledigen, während wiederum andere sich lieber erst einmal draußen austoben. Wie auch immer Familien das handhaben, vor allem zwei Dinge halten Fachleute für wichtig. Erstens: Auch für Nachmittage sei ein wiederkehrender Rhythmus vorteilhaft. Zweitens: Weniger ist mehr. Mit Training im Fußballverein, Musikunterricht oder ähnlichen Terminen sollten zunächst nicht mehr als zwei Nachmittage pro Woche fest verplant werden.

Der Tagesausklang

Am besten klingt der Tag mit einem gemeinsamen Abendessen aus. So können alle erzählen, was sie am Tag erlebt haben. Zu diesem Zeitpunkt sind die Hausaufgaben am besten schon erledigt, denn das erspart unnötigen Zeitdruck am Tisch. Für einen besseren Schlaf sollte vom Abendessen bis zum Schlafengehen mindestens eine Stunde vergehen.

Am Abend liegt hinter den Kindern ein langer, anstrengender Tag. Deshalb kann es vorkommen, dass manche Erstklässler mehr schlafen als vorher. Schlafforscher sagen, Grundschüler sollten etwa zehn Stunden geschlafen haben, bevor sie aus den Federn sollen - wobei Abweichungen von bis zu zwei Stunden nach oben oder unten ebenfalls normal seien. Denn auch bei Kindern gibt es Wenig- und Vielschläfer. Ob sie genug schlafen, merkt man beispielsweise daran, ob sie am nächsten Morgen launisch, müde, weinerlich und unkonzentriert sind.

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