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Ratgeber: Zehn Schritte zum neuen Job : Arbeitslos - was nun?

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Arbeitslosigkeit ist fast immer eine persönliche Katastrophe. Statt in einer Schockstarre zu verharren, ist es jedoch wichtig, möglichst rasch aktiv zu werden. Diese zehn Schritte helfen dabei.

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erstellt am 26.Apr.2013 | 05:56 Uhr

Schritt 1: Formalitäten klären

Wenn eine Kündigung droht, sollte der erste Gang zur Arbeitsagentur führen. "Wir wollen mit den Betroffenen möglichst früh ins Gespräch kommen", sagt Sönke Fock von der Agentur für Arbeit in Hamburg. Spätestens drei Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit müssen Erwerbstätige sich "arbeitssuchend" melden, sonst drohen Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld. Am ersten Tag ohne Arbeit müssen sie wieder zur Agentur.

Schritt 2: Selbsteinschätzung

Am Beginn der Arbeitssuche sollte eine kritische Bestandsaufnahme der eigenen Fähigkeiten stehen. "Man muss die Kränkung einer Kündigung erst einmal überwinden", sagt Willmann. Unmittelbar nach der Kündigung würden viele ihr Können unterschätzen. Hier gelte es, sich klar zu machen, was man kann. Dabei hilft oft die Einschätzung von Freunden und Ex-Kollegen.

Schritt 3: Unterlagen aktualisieren

"Bevor man sich bewirbt, muss man sich erst einmal startklar machen", sagt Willmann. Jobsuchende sollten deshalb als nächsten Schritt ihre Unterlagen auf den aktuellen Stand bringen. Stimmt der Lebenslauf noch? Sind die Bewerbungsfotos aktuell? Wer Fragen hat, kann sich an die Arbeitsagentur wenden, sagt Fock. Sie bietet Bewerbungstrainings an. Daneben gebe es die Möglichkeit, die Bewerbungsunterlagen vom Arbeitsvermittler prüfen zu lassen.

Schritt 4: Bewerbungen schreiben

In der schriftlichen Bewerbung gehe es dann darum, sich für den Job interessant zu machen, sagt Jürgen Hesse, Karrierecoach in Berlin. Der Bewerber solle sich fragen: "Was macht mich in den Augen des Personalers attraktiv?" Karriereberater Willmann rät, möglichst viele Bewerbungen auf einmal zu schreiben. "Der Auswahlprozess dauert bei großen Unternehmen Wochen bis Monate, da nützt es wenig, Bewerbungen nacheinander zu verschicken."

Schritt 5: Aktiv sein

"Die erfolgreichste Strategie ist, aktiv zu sein", sagt Willmann. Dazu gehöre es, selbst Firmen anzusprechen. "Ein Großteil der offenen Stellen wird nie ausgeschrieben", sagt Hesse. Bei einer Initiativbewerbung habe man zudem weniger Konkurrenz. Eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sind Personal- und Fachmessen. Willmann empfiehlt, im Vorfeld aus dem Messekatalog ein halbes Dutzend Firmen auszuwählen und sich auf diese vorzubereiten.

Schritt 6: Ungewöhnliche Wege gehen

Eine andere Möglichkeit sei, die für einen interessanten Firmen einfach anzuschreiben, rät Willmann. Dabei sollte nicht gleich eine komplette Bewerbungsmappe verschickt werden, sondern ein persönliches Anschreiben - ergänzt um ein kurzes Leistungsprofil. "Von 100 solcher Anfragen führen etwa fünf zu einer Einladung." Wer gut telefonieren kann, könne auch versuchen, direkt mit dem Personaler zu sprechen. "Die Strategien unterscheiden sich natürlich", sagt Willmann. Der Handwerker könne in einem kleinen Betrieb auch einfach mal vorbeischauen und nach einer Probearbeit fragen.

Schritt 7: gespräche trainieren

"Wer im Bewerbungsgespräch nicht vorbereitet ist, für den ist der Zug schon abgefahren", sagt Willmann. Ein Kardinalfehler beim Vorstellungsgespräch sei, dass sich Bewerber nur unzureichend über die Firma informieren, sagt Hesse. Außerdem sollten sich Jobsuchende überlegen: "Was habe ich eigentlich anzubieten?"

Schritt 8: Fortbildungen machen

"In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit sollte alle Energie in die Jobsuche gesteckt werden", sagt Willmann. Ab dem vierten Monat seien Weiterbildungen sinnvoll: "Man muss auch zeigen können, dass die Arbeitslosigkeit genutzt wurde."

Doch welche Qualifikationen bringen einen weiter? "Fehlende Sprachkenntnisse und kein Führerschein sind ein echtes Hindernis bei der Vermittlung", sagt Fock.

Wichtige Qualifikationen seien auch gute EDV-Kenntnisse.

Schritt 9: Neue Jobideen entwickeln

Für manche ist auch der Schritt in die Selbstständigkeit ein Weg aus der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsagentur fördert das unter Umständen mit einem Gründungszuschuss. Gebe es freie Stellen in einer Branche, habe die Vermittlung jedoch Vorrang, sagt Fock. Auch Willmann warnt: "Wenn die Selbstständigkeit nur ein Notnagel ist, um die Bezüge zu verlängern, dann Finger weg davon." Für die Freiberuflichkeit brauche es schon eine zündende Idee.

Schritt 10: Nach Alternativen suchen

Wer länger arbeitslos ist, für den können auch Zeit- und Leiharbeit, Probearbeit und Hospitanzen ein Türöffner sein. "Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto sinnvoller sind solche Maßnahmen", sagt Willmann. "Wer gerade frisch arbeitslos geworden ist, dem rate ich davon eher ab." Bei längerer Arbeitslosigkeit sollte auch über Umschulungen nachgedacht werden: "Wir sehen, wo regional Bedarf besteht, und schulen gezielt auf die freien Stellen", sagt Fock. Allerdings kann eine Umschulung bis zu zwei Jahre dauern.

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