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Serie Finanzwissen : An morgen denken – und an heute

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:50 Uhr

Die eigene Altersvorsorge ist für den Großteil der Deutschen ein ungeliebtes Thema. Doch was ist Altersvorsorge?

Die meisten Menschen haben einen fixen Zeitpunkt vor Augen, ab dem sie in den wohlverdienten Wohlstand gehen wollen – den Rentenbeginn. Ab diesem Datum will man genießen. Schließlich beginnt man den längsten Urlaub seines Lebens. All die Entbehrungen des langen Arbeitslebens sollen hinter einem liegen. Man will einfach abschalten und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens.

Doch auch in dieser Zeit braucht man ein „geregeltes“ Einkommen. Es muss Miete gezahlt, das Eigenheim instandgesetzt, der wöchentliche Einkauf, Versicherungsbeiträge und Lebenshaltungskosten bestritten werden. All diese Aufwendungen zehren am Geldbeutel. Ohne ein laufendes und sicheres Einkommen wäre dies nicht finanzierbar.

Die meisten Deutschen haben für den Lebensabend bereits zu einem großen Teil „unfreiwillig“ vorgesorgt. So sind in Deutschland alle Arbeitnehmer Mitglied einer Pflichtrentenversicherung. Bei den Angestellten und Arbeitern ist dies die Deutsche Rentenversicherung und bei den angestellten Kammerberuflern die jeweiligen Versorgungswerke.

Leider sind die zu erwartenden Renten aus diesen Versorgungssystemen nicht mehr in allen Fällen ausreichend, um einen gesicherten Lebensabend bestreiten zu können. Gerade Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung müssen beim Blick auf die jährlichen Renteninformationen feststellen, dass die erwartete Altersrente kaum ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstil auch im Rentenalter aufrechtzuerhalten.

Im Grunde wäre die Finanzierung des Ruhestandes ganz einfach. Da man seine monatlichen Ausgaben in etwa kennt (oder zumindest kennen sollte), braucht man zum Rentenbeginn nur eine Summe X anzusparen. Diese Summe muss so hoch bemessen sein, dass man sich seine zusätzlich notwendige Rente quasi monatlich vom Konto abholen kann. Dazu können auch andere Dinge herangezogen werden, wie das schuldenfreie Eigenheim, ein Wertpapierdepot, Sparanlagen oder auch Erbschaften. Also all die Vermögenswerte, die einen sicheren Ertrag liefern oder die man zu Geld machen kann.

Doch bis wann muss dieses Geld reichen? Wird man selbst 75, oder doch eher 95 Jahre alt? Was ist, wenn am Ende des Geldes noch so viel Lebensfreude da ist?

Hier kommen Rentenversicherungen ins Spiel. Diese stellen, anders als vielfach behauptet, keine Vermögensmehrung dar. Ihr einziger Sinn und Zweck liegt darin, dass der Versicherer dem Versicherungsnehmer eine monatliche Rente ab dem vereinbarten Rentenbeginn auszahlt – und dies lebenslang, unabhängig davon, wie alt der Versicherungsnehmer tatsächlich wird. Insofern kann man behaupten, dass eine Rentenversicherung eine Wette gegen den Tod ist. Sicherlich gibt es hierbei Gewinner, aber auch Verlierer. Gewinner sind wohl diejenigen, die aus ihrem Rentenversicherungsvertrag mehr ausgezahlt bekommen, als sie eingezahlt haben. Als Verlierer, sofern man diesen Begriff hier überhaupt verwenden will, werden wohl diejenigen anzusehen sein, die diesen Zeitpunkt nicht mehr erleben. Aber kann man hier wirklich von Verlierern einer Wette sprechen? Das letzte Hemd hat doch im Volksmund keine Taschen.

Für junge Leute viel wichtiger als die Absicherung eines auskömmlichen Lebensabends ist die Absicherung des Weges dorthin. Dazu zählt neben der Investition in die eigene Bildung zur Steigerung des Humankapitals vor allen Dingen die Absicherung der Arbeitskraft. Hierfür hält die Versicherungswirtschaft vielfältige Möglichkeiten parat. Die umfassendste Absicherung stellt dabei die Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Diese leistet für den Fall der Berufsunfähigkeit eine vereinbarte monatliche Rente bis zum vereinbarten Rentenbeginn. Die versicherte Rente sollte dabei so hoch bemessen sein, dass sie ca. 80 Prozent des Nettoeinkommens erreicht.

Ob, wie viel oder wie man seine Altersvorsorge aufbauen muss, hängt von vielen Faktoren ab. Altersvorsorge ist hoch individuell und muss deshalb auch so geplant werden. Es gibt keine 0815-Lösung, wie es oft von Banken und Finanzvertrieben suggeriert wird. Deshalb ist es sinnvoll, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen. Eine Altersvorsorge- oder eine umfassendere private Finanzplanung kann aufzeigen, welcher Weg und welche der vielfältigen Möglichkeiten geeignet sind, seinen Lebensabend zu finanzieren.


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