Werbeaktion zur Fußball-EM : Pegida hetzt bei Facebook gegen „Kinder“-Schokolade

vom

Zur Fußball-EM verkauft Ferrero seine „Kinder“-Schokolade mit Bildern der Nationalspieler. Pegida-Anhänger regen sich darüber auf.

Pegida-Anhänger hetzen gegen eine Werbeaktion von „Kinder“-Schokolade. Vor der Fußball-Europameisterschaft hat der italienische Süßwarenhersteller Ferrero eine Sonderedition seiner Schokoriegel in den Handel gebracht. Auf den Verpackungen sind Kinderbilder der deutschen Nationalspieler abgebildet, unter anderem von Mario Götze, Andre Schürrle und Christoph Kramer. Außerdem sind zu sehen: Gündogan (dessen Eltern kommen aus der Türkei) und Boateng (hat ghanaische Wurzeln). Das gefällt der Gruppe „Pegida BW - Bodensee“ nicht.

Die Pegida-Bewegung, die viele Anhänger in deutschen Städten findet, gilt als islam- und ausländerfeindlich. Auf Kundgebungen und im Internet findet immer wieder Hetze statt.

Das ist der Ferrero-Post bei Facebook:

Wegen des Beitrags veröffentlichten die Pegidisten auf ihrer Seite ein Foto von zwei Schachteln, auf denen BVB-Spieler Gündogan und Bayern-Verteidiger Boateng als Kinder zu sehen sind. Darunter schrieb die Gruppe: „Vor Nichts wird Halt gemacht“. Ein grinsender und ein entsetzter Emoji komplettierten den Post, dazu wird noch gefragt: „Gibts die echt so zu kaufen? oder ist das ein Scherz?“

Der Bildausschnitt war so ausgewählt, dass Betrachter nicht sofort erkennen konnten, dass es sich um eine Werbeaktion zur Fußball-EM handelt. Stattdessen könnten Schokoliebhaber auf die Idee kommen, dass ihre favorisierten Riegel mit "nichtdeutschen" Gesichtern beworben werden. Der Facebook-Post wurde von Pegida bisher nicht gelöscht - wie zuerst in diesem Artikel hieß. Der Beitrag datiert vom vergangenen Donnerstag.

Die Werbenden von Ferrero reagierten jetzt und erwiderten: „Wir von Ferrero möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities.“

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Pegida-Hetze scharf verurteilt. „Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist eines der besten Beispiele für gelungene Integration. Millionen von Menschen in Deutschland sind stolz auf diese Mannschaft, weil sie so ist, wie sie ist“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes am Mittwoch im Trainingslager der Nationalmannschaft in Ascona. Grindel betonte: „Bei uns kommt es auf Leistung an und nicht auf die Herkunft eines Spielers oder an welche Religion er glaubt. Mehr sollte man zu den geschmacklosen Anmerkungen nicht sagen.“

zur Startseite

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 15:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen