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Rostock Wieder Theater um die Rostocker Bühne

Von Christine Weber | 22.04.2011, 05:58 Uhr

Wo soll Rostocks neues Theater gebaut werden und wer entscheidet darüber? Über diese Fragen herrscht Unklarheit in der Hansestadt.

Jetzt hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) der Rostocker Bürgerschaft eine Beschlussvorlage zur Standortfrage unterbreitet. Darin ist der Christinenhafen als Vorzugsvariante für einen Theaterneubau vorgeschlagen.

Erst vor drei Wochen hatte er jedoch einen Bürgerentscheid zum neuen Theater-Standort ins Spiel gebracht. Dabei sollen die Rostocker ihr Votum für eine von drei möglichen Flächen abgeben - und so über Christinenhafen, Bussebart oder Rosengarten als Platz für ihr neues Theater mitentscheiden. Das parallele Anschieben der beiden Entscheidungswege ist für den Oberbürgermeister offenbar kein Widerspruch. Und so wird im Rathaus die eine Beschlussvorlage zum Bürgerentscheid vorbereitet, während die Beiräte und Ausschüsse der Bürgerschaft über die Vorzugsvariante Christinenhafen beraten.

Rostocks Stadtpolitiker reagieren darauf mit einigem Unverständnis. "Das ist überraschend: Erst wird ein Bürgerentscheid angekündigt, dann soll die Bürgerschaft entscheiden", sagte der Linkspolitiker Dr. Carsten Penzlin bei der Sitzung des Ortsbeirats Stadtmitte. Deutliche Kritik am Vorgehen Methlings übten auch die anderen Fraktionen. "Ich bin konsterniert. Die Standortanalyse, die Grundlage unserer Entscheidung sein soll, haben wir viel zu kurzfristig von der Verwaltung bekommen", sagte Alexander Fiedler, der für die CDU im Ortsbeirat sitzt. Der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Thomas Asendorf (FDP), monierte: "Uns liegen keine verlässlichen Zahlen zu den möglichen Kosten vor. Auch inhaltliche Fragen, die Grundlage einer Entscheidung sein müssten, sind noch nicht geklärt." Beiratschef Werner Simowitsch (Linke) fasste zusammen: "Auf dieser Grundlage können wir keine Entscheidung fällen." So votierte der Ortsbeirat, in dessen Bereich alle drei möglichen Standorte fallen, einstimmig gegen den Verwaltungsvorschlag.

Der Ortsbeirat forderte die Verwaltung auf, genauere Zahlen vorzulegen. Nach dringenden inhaltlichen Entscheidungen müsse beispielsweise vorgerechnet werden, was ein bestimmter Bau an den jeweiligen Standorten kosten würde. "Erst dann können wir eine Empfehlung dazu abgeben", so Simowitsch. Die Bürgerschaft befasst sich im Mai mit der Frage.