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Neue Artikel Land unter mit Herbert Grönemeyer

Von Sophie Pawelke | 02.06.2011, 12:53 Uhr

Nebel steigt auf, laut ertönt ein Schiffshorn, Matrosen trommeln wie wild los, Fans reißen die Arme in die Luft.

Plötzlich steht er da, mit seiner gelben Gitarre und singt „Ich will mehr Schiffsverkehr“ – Herbert Grönemeyer. Mit seinem Tourauftakt hat Deutschlands größter Musiker gestern Abend im Iga-Park bei 20 000 Menschen für tosende Stimmung gesorgt.

Gleich zu Beginn bedankte er sich bei seinen Fans, die trotz Regen und Kälte mitsangen und jubelten. „Das sind wahre Freunde“, sagt Grönemeyer und stimmte zum zweiten Lied an. Ein kräftiges „Los, Rostock“ und die Masse fing wieder an zu feiern.

Bühnenbild erinnert an ein Schiff

Besonders wild tobte die Masse, als Grönemeyer seinen Klassiker „Männer“ anstimmte. Mit Schirmen, Regencapes und im Matsch wurde getanzt und mitgesungen. Auch auf den Wiesen, weiter von der Bühne entfernt, ging es heiter zu. „Die Musik infiziert. Ich muss mich einfach bewegen, wenn Herbert Grönemeyer singt“, sagt Nele Johnson. Ihre Schwester Marie und deren Freund Basti kamen extra aus Frankfurt am Main, um Grönemeyers Auftakt nicht zu verpassen. Gleich im Oktober, als der Kartenverkauf begann, haben sich die drei ihre Tickets gesichert. Bereits seit 15 Jahren sind sie Fans. „Unsere Mutter hat immer seine Musik gehört und das hat irgendwann angesteckt“, sagt Johnson, während Grönemeyer im Hintergrund bereits mit seinem nächster Hit ansetzte. Auch die ruhigen Töne schlug der Bochumer mit viel Gefühl an. Beim Lied „Halt mich“ wurden auch die 20 000 Fans ganz ruhig und lagen sich in den Armen.

Das Bühnenbild im Iga-Park erinnerte selbst an ein Schiff: Lautsprecher, die wie Masten angeordnet waren und Leinwände, die als Segel dienten. Eine Lasershow und Animationen machten den Abend erst so richtig rund. Ganze zwei Stunden lang spielte Grönemeyer für seine Rostocker Fans.

Beeindruckt von der Kulisse, die sich ihm bot, erzählte der Rockpoet von seiner Zeit in Rostock und wie er hier den Schiffsverkehr erlebt hat: „Vorhin saßen wir am Hafen, alle drei Minuten kam ein Schiff. Besser geht es nicht.“ Mit der Hansestadt verbindet der Sänger etwas ganz Besonderes. 1991 spielte er hier sein erstes Konzert nach der Wende. Dies sei auch der Grund, warum die Auftaktveranstaltung seiner neuen Tour „Schiffsverkehr“ in Rostock stattfindet. Im Iga-Park trat er zuletzt beim G8-Open-Air „Deine Stimme gegen Armut“ 2007 auf. Für den Künstler selbst sei es manchmal noch immer überraschend, auf der Bühne zu stehen und zu sehen, wie viele Menschen ihn mögen.

Mit „Land unter“ ging Grönemeyer nach knapp zwei Stunden in die Zugabe. Passend zum Regen. „Das kann man nicht ändern. So ist das eben im Norden“, scherzt der Musiker und gab trotz Rutschgefahr auf der Riesenbühne sein Bestes. Auf zwei langen Laufstegen kam er dabei seinem Publikum ganz nahe. Viele von ihnen sind weit gereist, um den Künstler live zu sehen. „Wir sind schon so lange Fans, wir mussten einfach kommen“, sagt Marco Lichtenberg aus dem Havelland. Bis Sonntag reist Grönemeyer mit seinem Schiffsverkehr noch durch den Norden Deutschland. Heute ist er in Hamburg. Dann geht es für ihn nach Hannover.