Rostock: Ikendorf-Prozess : Zwölf Jahre Haft gefordert

Im Ikendorf-Prozess am Rostocker Landgericht gegen einen 45-jährigen Mann hat die Staatsanwaltschaft auf eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Totschlags plädiert.

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19. November 2010, 07:50 Uhr

Rostock | Im Ikendorf-Prozess am Rostocker Landgericht gegen einen 45-jährigen Mann hat die Staatsanwaltschaft auf eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Totschlags plädiert. Der Mann hat im Februar im gemeinsamen Haus in Ikendorf bei Rostock seine gleichaltrige Frau mit einer Pistole getötet. Zuvor soll er sie so heftig geschlagen haben, dass sie offene Wunden am Kopf hatte. Die Staatsanwaltschaft verwies auf jahrelange Auseinandersetzungen zwischen den Eheleuten. Der Mann habe im Streit zur Waffe gegriffen, "er wollte sie endgültig zum Schweigen bringen". Der Grund könnte Eifersucht gewesen sein.

Die Nebenklage plädierte dagegen auf eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. Der Bauunternehmer habe aus nichtigem Anlass seiner Frau das Leben genommen.

Die Verteidigung sah keinen Beweis für eine absichtliche Tötung. Wegen der Körperverletzung plädierte sie auf eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen, wegen fahrlässiger Tötung soll der Bauunternehmer für drei Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Die Verteidigung kritisierte unter anderem eine nachlässige Spurensicherung. Sie verwies zudem auf einen Gutachter, laut dem auch geübten Schützen Fehler unterlaufen könnten. In einem emotionsreichen Schlusswort entschuldigte sich der Angeklagte bei allen Familienangehörigen. Es sei ihm unbegreiflich, was er getan habe. Er habe seine Familie verloren. Das Urteil soll am kommenden Donnerstag gesprochen werden.

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